Energieräuber nähren sich durch unsere Energie. Und hochsensible Menschen sind leider oft leichte Beute. Heute erfährst du warum und natürlich auch was du sofort dagegen tun kannst.

 

 

Schluss mit den Energieräubern: Abgrenzung für hochsensible Menschen

„Um mich abgrenzen zu können, muss ich überhaupt mal meine eigenen Grenzen erspüren.“
– Jean-Christoph von Oertzen

 

Shownotes zur Episode Schluss mit den Energieräubern: Abgrenzung für hochsensible Menschen

 

Abschrift zur Episode Schluss mit den Energieräubern: Abgrenzung für hochsensible Menschen

00:01 Ja, super, dass du dabei bist. Und die Energiemanagement Challenge ist jetzt gerade in vollem Gange, wenn diese Episode ausgestrahlt wird und daher möchte ich heute auch dieses Thema Energiemanagement abschließen mit einem ganz, ganz wichtigen Thema, dass ich glaube so ziemlich jeden hochsensible Menschen schon mal, ja, beschäftigt hat. 

Und zwar geht es um das Thema Abgrenzung und Energieräuber.

Das ist natürlich ein super komplexes Thema und ja, vielleicht mache ich auch noch mal ein paar mehr Episoden dazu. Heute soll es nur mal um das Thema Energieräuber geben oder Energie-Vampire oder Energiediebe oder wie auch immer man dazu sagen möchte.

Es geht auch nicht dabei um Narzissmus. Wenn dich das Thema Narzissmus interessiert, möchte ich dir das Buch von meinem Kollegen Oliver Domröse empfehlen. Der hat es gerade rausgebracht, ein eBook dazu. Verlinke ich dir gerne in den Shownotes. 

Heute geht es darum, um das Gefühl, dass andere Menschen einem die Energie absaugen, abzapfen, einem Energie rauben, wie ein Räuber.

Also dranbleiben.

01:24 Music.

01:36 Vielleicht hast du dieses Zitat schon mal gehört: „manche Menschen erhellen den Raum wenn sie ihn betreten und manche wenn sie ihn verlassen“.

Als hochsensible Menschen sind wir in der Regel besonders empathisch und das macht uns vielleicht auch besonders empfänglich für Energieräuber.

Auf jeden Fall müssen wir auf unsere Energie ganz besonders Acht geben.

Warum? Das habe ich in der letzten Folge erklärt, in der Folge 059, auch war ich mit Energie meine. 

Wenn dir das also jetzt im Moment noch nichts sagt, dann höre dir das sehr gerne an. Findest du unter einfach-hochsensibel.de/059.

02:23 Ja, wie ist das jetzt mit diesen Energieräubern?

Damit also jemand einem die Energie rauben kann, muss es einen geben der die Tür aufmacht und einen der reinkommt.

Also ein Energieräuber kann uns nur Energie rauben, wenn das mit uns auch irgendwas zu tun hat.

Mal so ein Beispiel vielleicht.

Beim Autofahren erlebe ich das öfter. Also vielleicht hast du es auch schon mal erlebt: du fährst und willst irgendwo hin und vor dir ist plötzlich einer so, wie man sagt, Sonntagsfahrer. Ein Schleicher, der da wirklich vor sich hingondelt.

Und der bekommt auch Energie von uns, auf unbewusste Art und Weise, wenn wir uns darüber ärgern.

Also es gibt nicht nur die, die Energie abzapfen in positiver Form, sondern auch die, die sich von negativer Energie nähren.

Ich kann mich aber nur darüber ärgern, dass der vor mir rum schleicht, wenn ich selber in Eile bin.

Und ich entscheide, ob ich dem meine Energie geben möchte oder nicht.

03:46 Der Energieräuber zeigt mir also, dass ich vielleicht nicht gerade im Hier und Jetzt bin, sondern vielleicht in Gedanken schon bei meinem Ziel, weil ich es eilig habe, weil ich schon spät dran bin.

Also kann ich mich auch bei demjenigen in Gedanken bedanken und sagen: „Danke, dass du mich darauf aufmerksam machst, dass ich in Eile bin und nicht im Hier und Jetzt“. 

Und ich habe schon ganz oft erlebt, dass derjenige dann plötzlich schneller gefahren ist.

Funktioniert übrigens auch mit Dränglern. 

Also bei mir hat es schon ganz oft funktioniert.

04:33 Ein anderer Punkt wo Energieräubern manchmal ansetzen, ist dieses Unverständnis was uns entgegengebracht wird. Was sehr viel Energie kostet. Und ich glaube dieses Unverständnis kommt dann besonders häufig von Menschen, die sich selber als nicht hochsensibel betrachten und es hilft vielleicht auch manchmal, wenn wir unsere Veranlagung auch mal für uns behalten.

Also auf keinen Fall Hochsensibilität als Ausrede benutzen!

05:12 Das habe ich in der Folge 0034 schon mal beschrieben in diesem Podcast. Es bringt nichts zu sagen: „ja, du musst jetzt auch mich Rücksicht nehmen, weil ich bin hochsensibel“. Das werden andere Menschen nicht tun!

Und wenn wir uns so verhalten und das versuchen als Ausrede zu benutzen oder als Schutzschild, werden wir oft auf Unverständnis stoßen. Und dieses Unverständnis kostet uns als emphatische Menschen sehr viel Energie.

05:44 Also was du selber dagegen machen kannst, ist, es auch manchmal einfach für dich zu behalten. Es ist gut, dass du es für dich weißt. Es ist gut, dass du vielleicht damit Wege findest, um mit deiner Hochsensibilität besser umzugehen oder glücklich leben zu können.

Genau deswegen mache ich ja diesen Podcast hier, mit diesen Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität, aber man muss das nicht sich aufs T-Shirt drucken lassen.

Im übertragenen Sinne. 

06:16 Ein anderer wichtiger Punkt ist, glaube ich, dieser Wunsch von allen gemocht zu werden.

Und wenn wir den verspüren, auch dann öffnen wir Energieräubern Tür und Tor.

Weil sie uns dann manipulieren können und uns unsere Energie abzapfen können. 

Ich glaube dass dieser Wunsch von allen gemocht zu werden, dieses Harmoniebedürfnis, bei den allermeisten hochsensible Menschen daher rührt, dass wir eben oft als Kinder erfahren haben, dass wir auf Grund unserer besonderen Veranlagung eben nicht immer von allen gemocht wurden oder komisch angeschaut wurden oder, ja, als anders betrachtet wurden.

07:06 Und das ist natürlich eine sehr traumatische Erfahrung für viele hochsensible Menschen oder zumindest sehr prägend.

Und dennoch sind wir heute erwachsen.

Und können einfach auch unsere eigenen Grenzen anerkennen. Wir müssen nicht von jedem gemocht werden. 

Und damit, wenn wir unsere eigenen Grenzen anerkennen, haben Energieräuber keine Chance. 

Komme ich gleich noch mal drauf.

07:45 Vorher möchte ich nochmal auf einen Punkt eingehen, der ist glaube ich sogar noch häufiger oder noch kritischer. 

Und zwar: der hochsensible Mensch als Helfer.

Ich glaube wir wollen oft die Hilfe geben, die wir uns selbst oft auch gewünscht hätten. 

Gerade weil wir ja empathische Menschen sind, spüren wir ja, wie es dem anderen geht. Und wie können wir da nicht helfen?

Ist es da nicht auch unsere Verantwortung, dem anderen zu helfen?

Ja, außer es geht um das gute Gefühl zu helfen.

Wenn also die Hilfe zur Selbstbefriedigung wird, sage ich jetzt mal. Den helfen bedeutet auch, Macht ausüben. Wenn ich helfe, dann bin ich der Große und dem der geholfen wird, das ist der kleine.

Also können wir uns selbst größer machen, indem wir anderen helfen.

So sind z.b. viele Pyromanen Feuerwehrleute. Die legen Feuer um dann helfen zu können.

Und damit man in diese Falle nicht tappt, sollte Hilfe eigentlich immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.

09:25 Es gibt da so ein Drama-Dreieck in der Transaktionsanalyse, zwischen Opfer, Täter und dem Helfer.

Und der Helfer kann aus diesem Drama-Dreieck ausbrechen, in dem er das Opfer fragt: „was hast du schon getan, um dir selbst zu helfen?“

Auf das Drama Dreieck komme ich auch gleich noch mal.

09:57 Es gibt auch Energieräuber, die uns ganz bewusst nämlich im Konflikte, also als Täter in Konflikte verwickeln, um uns Schuldgefühle zu vermitteln.

Und auch hier wieder: das geht nur, wenn ich nicht in meiner eigenen Kraft bin. Nur dann hat er eigentlich die Möglichkeit. 

Aber zugegebenermaßen ist das glaube ich der Punkt, wo Selbsthilfe am schwierigsten ist.

Also hier selber was zu unternehmen, um da auszusteigen, da ist es oft einfach hilfreich, sich einen Helfer zu suchen, im Außen, der dabei unterstützt.

Das ist genau einer der Punkte, die ich in meinen Coachings sehr häufig erlebe, ist einfach dieses Thema, ja, Beratung bei Konflikten.

10:57 Auf jeden Fall geht es um das Thema Abgrenzung.

Weil auch aus diesem Täter, Opfer und Helfer Drama-Dreieck, kommt dieses Gefühl dass wir häufig als „seelische Mülleimer“ missbraucht werden.

Und da können wir einfach auch mal Stopp sagen.

Und einfach vielleicht mal fragen: „ja, was hast du denn schon getan, um es zu verändern?“

Mit der Frage wird derjenige, der seinen seelischen Ballast bei dir abladen möchte, automatisch gezwungen, darüber nachzudenken, was er selber schon getan hat.

Und wenn er wirklich nur Ballast abladen will, wird er sehr oft sagen, ja, das Thema wechseln, weil er darauf natürlich keine Antwort hat.

11:59 Wenn wir über Abgrenzung reden, finde ich es ganz besonders wichtig, auch festzustellen, dass Abgrenzung nicht dasselbe ist wie Ablehnung.

Also, wenn wir das Gefühl haben, dass in unserem Umfeld z.b. Energieräubern sind, Menschen, wo wir das Gefühl haben, die Kosten uns Energie, dann ist Trennung oder das Vermeiden von Situation, nicht immer die beste Lösung.

Zum Beispiel wenn es die eigene Familie ist. Oder sogar der eigene Partner, dann ist es keine Lösung.

Sondern Abgrenzung bedeutet für mich, die eigenen Bedürfnisse anzuerkennen und dafür einzutreten.

12:55 Und zu sagen: „Okay, das ist mein Bedürfnis“, dann kann ich nämlich auch Stopp sagen. 

Aber um mich abgrenzen zu können, muss ich überhaupt mal meine eigenen Grenzen erspüren.

Weil die sind ja auch nicht fix. Man legt die ja nicht einmal fest und sagt: „so, dass ist jetzt meine Grenze“. 

Sondern, bei jedem Menschen mit dem wir Ihnen in Dialog treten, in Interaktion treten, handeln wir praktisch unsere Grenzen ständig neu aus.

Und um zu spüren, wo ist jetzt so der Bereich, wo ich sage: „so, jetzt reicht’s“, muss ich mich selber überhaupt erst mal spüren.

Also wo beginne ich und wo beginnt der andere? Wo ist da dieser Punkt?

Und das geht eigentlich nur, wenn ich im Hier und Jetzt bin und diese Situation auch wirklich bewusst spüren.

Ganz viele hochsensible Menschen haben da eine riesen Herausforderung, sich selber zu spüren.

Und eine der möglichen Erklärungen ist dafür, dass wir einfach aufgrund der vielen Sinneseindrücke und unseres komplexen Innenlebens – man sagt, die meisten hochsensible Menschen haben ein sehr komplexes inneres Erleben – sofort Verknüpfungen schaffen in die Vergangenheit und Projektionen in die Zukunft. Und in diesen Momenten sind wir nicht im Hier und Jetzt.

Wenn wir praktischen schon drüber nachdenken: „was bedeutet das für die Zukunft, was da jetzt gerade gesagt oder getan wurde?“ oder „woher kenne ich das aus der Vergangenheit?“. 

Das passiert natürlich auch wieder unterbewusst. Und praktisch nebenbei.

Aber ich bin nicht mit meiner vollen Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt und kann daher diese Grenze nicht deutlich spüren und der andere kann leichter drüber kommen.

Deswegen ist, glaube ich, im Hier und Jetzt sein, ein ganz wichtiger Schlüssel, um sich effektiv abgrenzen zu können.

15:01 Was kann man jetzt tun, um leichter oder öfter im Hier und Jetzt zu sein?

Achtsamkeitsübungen kann man immer machen. Achtsamkeit ist da der Schlüssel. Achtsam zu sein bedeutet auch im Hier und Jetzt zu sein und da ist eine ganz einfache Übung: atmen.

Müssen wir auch ob so oder so. Und wenn wir die Aufmerksamkeit auf unseren Atem richten, den wir immer dabei haben, dann sind wir im Hier und Jetzt, weil der Atem ist ja jetzt.

Bin zwar nicht dann in der Situation, sondern bei meinem Atem, aber wenn ich kurz meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem richte: „okay, wie tief atme ich jetzt? Wie schnell oder wie langsam?“, dann bin ich automatisch wieder im jetzt und kann mich leichter auf die Situation einstellen.

15:50 Etwas dauerhafter üben kann man das mit Meditation.

Du weißt vielleicht schon, ich bin ein großer Fan von Meditation und für mich ist einfach die beste Form der Meditation zusammen mit dem Pfeil und Bogen, das meditative Bogenschießen.

Du kennst vielleicht schon mein Buch: „Balanced Mind – Bogenschießen für hochsensible Menschen“. Das ist genauso ein meditatives Bogenschießen, weil wir da auch den Körper eben mit einbeziehen.

Also ansonsten ist meditieren eine Sache die bezieht sich auf Geist und Seele und beim meditativen Bogenschießen beziehen wir eben den Körper auch noch mit ein. Und das finde ich sehr wichtig, weil wir dann auch unseren Körper spüren,  uns selber spüren und dieses selber spüren des eigenen Körpers in einer meditativen Phase, da habe ich einfach super Erfahrungen gemacht, dass wir das nutzen können, um uns selber besser zu spüren, um besser im Hier und Jetzt zu sein und uns damit leichter abgrenzen zu können.

17:00 Okay. Ich glaube, das war jetzt ein ganz guter Überblick über das Thema Energieräuber.

Es ist ein komplexes Thema. Energie ist ein komplexes Thema. Es wird auch weiterhin in Podcast darum gehen, auch wenn dieser Schwerpunkt jetzt erstmal abgeschlossen ist. 

Solltest du Fragen rund um dieses Thema haben oder Beratungsbedarf, dann kannst du dich da natürlich gerne bei mir melden. 

Ansonsten freue ich mich, wenn wir uns dann nächste Woche mit dem anderen Thema wieder hören.

Mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und das war der Podcast „einfach hochsensibel“.

Servus

 

 

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