Die Digitalisierung wird nicht nur Vorteile und Chancen bieten, sondern auch Risiken. Welche das für hochsensible Menschen vielleicht sind und wie wir damit umgehen können, dafür möchte ich dir heute 3 Impulse liefern.

 

 

Drei Risiken der Digitalisierung für hochsensible Menschen

„Wir haben ja einen sehr intensives Erleben schon unserer inneren Gefühlswelten. […]
Und wenn wir uns jetzt vorstellen, dass sich da noch weitere Welten auftun[…], dann glaube ich ist ein großes Risiko, dass man sich da als hochsensibler Mensch in diesen Welten verlieren könnte.“
– Jean-Christoph von Oertzen

 

Shownotes zur Episode 3 Risiken in der Digitalisierung für hochsensible Menschen

 

Abschrift zur Episode 3 Risiken in der Digitalisierung für hochsensible Menschen

00:00 Die Digitalisierung wird für hochsensible Menschen sehr wahrscheinlich nicht nur Vorteile bringen, sondern hat auch ihre Risiken. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

00:24 In der Folge 046, in der letzten Folge haben wir schon über die Vorteile bzw über die Chancen gesprochen die sich vielleicht durch die Digitalisierung gerade für hochsensible Menschen ergeben.
Ja, aber wie das oft so ist, wo Licht ist, ist auch Schatten. Es gibt sicherlich oder man kann sich auch Risiken vorstellen, die mit dieser Digitalisierung, mit dem digitalen Wandel einhergehen. Und drei davon möchte ich dir heute vorstellen oder drei Ideen geben, was das vielleicht sein könnte und wie sich das für uns als hochsensible Menschen auswirkt und vielleicht auch Ideen wie wir damit umgehen können.

01:13 Das erste Risiko betrifft eine Technik, die für viele Menschen sich heute noch sehr, ja sehr weit weg anhört.
Die so sehr in die Menschen und die Menschheit vielleicht verändern wird, dass es ganz schön schwer ist, sich das überhaupt heute vorzustellen, was daraus passieren wird.
Die renommiertesten Forscher, Zukunftsforscher gehen davon aus, dass diese Technik 2035, also in ein bisschen weniger als 20 Jahren tatsächlich Realität sein wird.
Und wenn wir mal überlegen was vor 20 Jahren war, also 1990, ich kann mich da noch relativ gut dran erinnern. Das ist eine Zeit in der ich aufgewachsen bin.
Genau, und was ist das für eine Technologie? Das ist das sogenannte brain-computer-interface.

02:14 Also wenn es gelingt, das menschliche Gehirn an einen Computer anzuschließen.

02:24 Warum sollte man das versuchen? Na ja, heute bedienen wir Computer über unsere Sinne.
Wenn wir z.b. mit den Sprachassistenten wie Google oder Siri sprechen, dann sagen wir einen Sprachbefehl, benutzen also Sprache als Sinnesorgan im weitesten Sinne, um mit dem Computer zu interagieren.
Der Computer antwortet etwas, das hören wir. Oder er schreibt etwas auf ein Bildschirm, sei es ein Smartphone oder ein anderer Bildschirm und das können wir lesen.

Wenn es jetzt gelänge sozusagen, den Computer an das menschliche Gehirn anzuschließen, dann bräuchten wir eine Frage wie „was ist Hochsensibilität?“ nur denken.
Und hätten plötzlich Zugriff auf Hunderttausende von Antworten in unseren Gedanken.

Wie gesagt ist es relativ schwierig sich vorzustellen, was ich daraus alles noch ergeben könnte, aus dieser Möglichkeit, aus dieser Technik.

Auf jeden Fall verschwimmen damit die Grenzen zwischen Realität und virtueller Realität, zwischen virtuellen Universen die sich auftun.

Und wenn du denkst, ja, dass ist wie gesagt ja reine Science-Fiction, vielleicht kennst du einen Mann der Elon Musk heißt, das ist ein Amerikaner.
Und der hat, als alle gesagt haben Elektroautos sind nicht rentabel und werden sich nicht durchsetzen, die Firma Tesla gegründet und mit diesem Tesla Sportwagen ja dieser ganzen Elektroauto-Industrie sicherlich ein ordentlichen Kick gegeben.

Und dieser Elon Musk hat eine eigene Firma, die sich mit der Entwicklung dieser Technologie beschäftigt. Das heißt, der investiert da große Summen Geld um diese Forschung da voranzutreiben. Und das macht er sicherlich nicht nur weil er glaubt – oder er macht es sicherlich auch, weil er glaubt, dass sich diese Technologie tatsächlich eines Tages realisieren lässt.

04:48 Wo ist jetzt da das Risiko für uns hochsensible Menschen?

Naja wir haben ja einen sehr intensives Erleben schon unserer inneren Gefühlswelten. Es scheint ja so, dass wir unsere unsere innere Welt komplexer erleben als normal-sensible Menschen.

Und wenn wir uns jetzt vorstellen, dass sich da noch weitere Welten auftun und unendliche Universen eigentlich, auf die wir plötzlich Zugriff haben mit unserem inneren Erleben, dann glaube ich ist ein großes Risiko, dass man sich da als hochsensibler Mensch in diesen Welten verlieren könnte.

05:34 Vielleicht bin ich aber auch für das ganze einfach, für dieses Thema Digitalisierung zu technikgläubig.

Gerade wir hochsensible Menschen sind ja zum Teil auch kritische Beobachter und das ist auch ganz wichtig.

Also es ist doch gut, wenn man sagt „na ja, wer weiß ob das alles kommt und ob das alles so gut ist, was sich da so entwickelt“.

Und es gibt auch viele Menschen die darin ein Risiko sehen, in diesen ganzen Entwicklungen und z.b. auch dieser Elon Musk, der zwar eine Firma hat, um dieses brain-computer-interface voranzutreiben, sagt auch gleichzeitig es besteht nur eine 5 % Chance, dass sich z.b. künstliche Intelligenzen als vorteilhaft für uns Menschen herausstellen und nicht ein Risiko für die ganze Menschheit sind.

Das dieses Szenario, wie wir das vielleicht aus Spielfilm aus Hollywood kennen, dass die Maschinen eines Tages die Herrschaft übernehmen, dass das tatsächlich besteht wenn wir nicht aufpassen.

Und was ich ganz gut finde, dass Elon Musk auch da etwas einfach unternommen hat. Der hat eine eine Open-Source Plattform gegründet für künstliche Intelligenz, so dass sich sehr viele Menschen, die auch keinen Zugriff auf riesige Mengen an Forschungsgeldern und der Infrastruktur haben, mit dem Thema künstliche Intelligenz auseinandersetzen können, in der Hoffnung, dass je mehr Menschen sich damit beschäftigen, die Risiken rechtzeitig erkannt werden und man dann entsprechend Maßnahmen ergreifen kann um eben diese 5% Chance zu nutzen, dass wir diese künstliche Intelligenz zum Wohle der Menschheit nutzen.

07:26 Und ich glaube hier haben wir als hochsensible Menschen bei allem Risiko auch wieder eben eine Chance, durch unser ausgeprägtes Verständnis für Ethik, was ich in der letzten Folge schon angesprochen habe, was ein großer Vorteil von uns ist und auch sein kann, werden wir an dieser Stelle auch gute Berater sein.

Das heißt, diese kritische Haltung, die wir häufig einnehmen weil wir einfach so ein ausgeprägtes Ethik Verständnis haben, ist an der Stelle wahrscheinlich super hilfreich.

Mit allen Risiken die diese künstlichen Intelligenzen bieten, können wir vielleicht etwas Positives dazu beitragen.

08:08 Das dritte Risiko was ich in der Digitalisierung für hochsensible Menschen sehe, ist vor allen Dingen die Überforderung durch immer schneller werdende Veränderung.

Dadurch, dass sich die Welt immer grundlegender in immer kürzeren Zeiträumen verändert.

Was da für mich ein greifbares Beispiel ist, ist z.b. die Entwicklung bei Speichern. Wenn wir 2006 uns die größtmögliche Speicherkarte für unser Handy gekauft hatten, dann hatte die damals 256 Megabyte.
2016, also letztes Jahr, war die größte verfügbare Speicherkarte für ein Handy 256 Gigabyte. Das ist der Faktor 1000 in zehn Jahren bei der Entwicklung des Speichers!

Und da gibt es viele Theorien in dieser Hinsicht.Viele Gesetzmäßigkeiten auch, dass sich Speicher und Wissen exponentiell entwickelt und damit geht einfach auch eine völlige Veränderung unserer Welt einher.

09:33 Und mit diesen ständigen Veränderungen positiv umzugehen, ist glaube ich, die größte Herausforderung für uns hochsensible Menschen in Zukunft.

09:46 Man sieht es auch z.b. an so ganz disruptiven Geschäftsmodellen. Also da wo sich wirklich ganze Industrien verändern.

Ein Beispiel finde ich z.b. Uber. Das sind Taxis wo keine Taxiunternehmen mehr Taxis betreiben, sondern Privatpersonen, die in den USA in manchen Städten schon die gesamte Taxi-Industrie überflüssig gemacht haben.

Oder die Firma Airbus arbeitet ganz konkret an fliegenden Taxis. Die in naher Zukunft in unseren Großstädten eingesetzt werden sollen. Das heißt es wird massive gesellschaftliche Veränderung geben.

Das ist abzusehen.

Auch über die Einführung von von immer mehr Maschinen, die immer mehr Tätigkeiten übernehmen und damit es überflüssig machen, dass Menschen diese einfachen Tätigkeiten übernehmen.

Und natürlich stellt sich die Frage: „was machen all diese Menschen, wenn sie sich nicht mehr über ihre Arbeit definieren können?“

Und da sehe ich einfach auch das große Risiko, dass wir in ein Gefühl der Sinnlosigkeit verfallen.

Wenn es z.b. zu so einer Übergangszeit kommt, wo vielleicht ein bedingungsloses Grundeinkommen kommt. Ich persönlich glaube, dass das sogar unabwendbar ist. Dieses bedingungslose Grundeinkommen, auch wenn noch nicht klar ist, wie man das finanzieren kann.

Und auch wenn wir uns das heute vielleicht gar nicht vorstellen können, also ich habe mal gehört, dass da jemand gesagt hat: „ja, wer soll denn dann kommen und deine Heizung reparieren?“

Das wird doch immer jemand machen müssen.

Ich glaube, dass wir uns die Welt gar nicht vorstellen können, wie sie sich vielleicht in 20 Jahren verändert hat durch dieses exponentieller Wachstum.

Wer sagt, dass es dann noch Heizungen in der heutigen Form gibt, die gewartet werden müssen?

Und was allerdings bleibt, ganz sicher, ist der Mensch.

Also wir bleiben Menschen wie wir sind, selbst wenn es zu einem brain-computer-interface kommt.

Als Menschen werden wir in der Form bestehen bleiben. Die Evolution hat 10.000 von Jahren gebraucht, dass wir uns so entwickeln, wie wir heute sind. Also wir entwickeln uns nicht exponentiell. Daher ist es eine gewisse Konstante.

Und daher glaube ich ist es auch, um dieser Veränderung zu begegnen, um in diesen Zeiten der Veränderung möglichst gut klarzukommen, ist es ganz wichtig, sich mit sich selber und der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen, sich damit zu beschäftigen, was macht einen als Mensch eigentlich aus.

Und das ist eben dieses ganze Thema Persönlichkeitsentwicklung. Und da denke ich, sollte man je früher je besser damit anfangen, sich damit auseinanderzusetzen.

13:10 Auf jeden Fall wird es herausfordernder werden, unsere Energie zu halten, ein hohes Energielevel zu behalten, obwohl die Welt sich scheinbar immer schneller dreht.
Obwohl es immer gravierender Veränderungen gibt. Obwohl die Welt sich immer grundlegender verändert von einem Moment auf den nächsten, in einer digitalen Zukunft.

Und ich sehe das als größtes Thema im Moment auch bei hochsensiblen Menschen, auch heute schon, wo wir noch am Anfang einer digitalen Veränderung stehen.

Das hat auch eine kleine Umfrage ergeben, die ich gemacht habe und vielen Dank an alle die da teilgenommen haben schon bisher und auch noch weiterhin dran teilnehmen.

Wenn du dran auch da teilnehmen möchtest, kannst du es gerne machen unter https://einfach-hochsensibel.de/herausforderung

Und da ist einfach dieses Thema „Energiehaushalt“/ „Energie managen“ einen riesen Thema
für die meisten und genau dazu möchte ich dann nächstes Jahr, Anfang nächsten Jahres werde ich dazu ein Thema herausbringen – ich möchte nicht zu viel verraten – aber dazu wird es etwas geben wo wir gemeinsam einfach schauen, was man da machen kann und ich ein paar Tricks vielleicht zeige wie du da mit deiner Kraft noch besser umgehen kannst, wie man da üben kann, die eigene Energie möglichst hoch zu halten.

Also sei da auf jeden Fall schon mal gespannt und bleib gerne dran. Wenn du möchtest, trag dich schon mal in meinen Newsletter ein. Aber es wird auch in nächsten Zeit da noch einige Informationen dazu geben.

15:06 Okay, das waren jetzt drei große Herausforderungen die Digitalisierung besonders für uns hochsensible Menschen vielleicht bieten wird.

Wir Menschen haben uns bisher vielleicht über den Satz „ich denke, also bin ich“ definiert.

Das hat uns bisher ausgemacht als Unterschied zu den Tieren oder anderen Spezies.

Dadurch, dass wir in der Lage sind, komplexe Probleme zu lösen mit unserem Verstand. Und ich glaube, dass diese Definition in Zukunft einfach nicht mehr ausreichen wird.

Künstliche Intelligenzen denken heute schon effizienter als wir Menschen.

Wenn man da an die Schachcomputer denkt, an das Google Go Projekt, wo ein Computer die größten Go – das ist ein ein Spiel – Meister geschlagen hat. Oder aber auch Xiaoji, der Roboter, den ich dir in der letzten Episode vorgestellt hatte, der die Prüfung zum Arzt bestanden hat die schriftliche.

Die Maschinen werden irgendwann sicherlich effizienter denken als wir Menschen.

Und vielleicht müsste man den Satz oder die Definition umschreiben in: „ich fühle, also bin ich.“

Weil das Fühlen ist nach wie vor uns Menschen vorbehalten.

Komplexe Gefühle, komplexe Emotionen, darüber definieren wir uns oder unterscheiden wir uns von den Maschinen.

Und wir hochsensiblen Menschen fühlen sehr intensiv.

16:59 Wie siehst du das? Braucht es eine Neudefinition des Menschen in Zukunft?

Wenn du Lust hast lass uns darüber gerne diskutieren auf meiner Webseite einfach-hochsensibel.de/047 dort in den Kommentaren. Schreib mir gerne rein was deine Meinung dazu ist.

Definieren wir uns in Zukunft über unsere Gefühle gegenüber den Maschinen?

Mich interessiert natürlich auch sehr, ob dir diese Folge gefallen hat, was du darüber denkst und ob du dir mehr dazu wünscht.

Auf jeden Fall wünsche ich dir erstmal alles Gute und eine erfolgreiche Woche.

Mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und das der Podcast „einfach hochsensibel“.

Servus!

 

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