Hast du eine erworbene Hochsensibilität oder eine angeborene? Es gibt nämlich bei einer durch ein Trauma ausgelösten Hochsensibilität ähnliche Verhaltensweisen!

Mehr dazu erfährst du in dieser ersten Episode aus dem neuen Themenschwerpunkt „Trauma und Hochsensibilität“.

 

 

Trauma und Hochsensibilität

 

Shownotes zur Episode Trauma und Hochsensibilität

Hier folgen nach und nach die Links zu den anderen Episoden aus diesem Themenschwerpunkt!

 

Abschrift zur Episode Trauma und Hochsensibilität

00:00 Ja, grias di. Mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und du hörst eine neue Episode des Podcasts „einfach hochsensibel“, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität.

Und zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, für diese wundervollen Bewertungen bei iTunes die dieser Podcast in letzter Zeit erhalten hat. Fast durchgängig 5 Sterne und das viele Lob in den Rezensionen zeigt mir auch, dass ich hier auf dem richtigen Weg bin und darüber freue ich mich sehr. Vielen, vielen Dank,

00:32 Danke aber auch für eine kritische Anmerkung dort und zwar hat Senfdazugeber2014, ein spannender Name, geschrieben: „ein guter Podcast mit oft interessanten Interviewpartnern. Manchmal wird mir Hochsensibilität zu sehr glorifiziert.“

Ja, also ich glaube wirklich, dass Hochsensibilität eher eine Gabe, als eine Bürde sein kann, je nachdem was man halt für einen Blick darauf hat.

In jedem Fall weiß ich, dass es mir besser geht, seit ich versuche die positiven Aspekte eher als Geschenk zu betrachten und für die negativen Auswirkungen Tipps, Tricks und Strategien zu entwickeln.

Und, ja genau die möchte ich ja mit dir teilen hier, damit du deine Hochsensibilität auch positiv erleben und insgesamt vielleicht noch ein Stück glücklich in deinem Leben sein kannst und zwar genauso wie du jetzt bist.

01:34 Doch vielleicht wird sich auch der Eindruck von Senfdazugeber2014 mit der heutigen Episode ändern.

Denn wir beschäftigen uns in den nächsten Folgen hier mit Trauma und Hochsensibilität als Themenschwerpunkt.

Und Traumata sind per se nichts positives.

Und ihre Auswirkungen, die Verhaltensweisen der Betroffenen, können denen von hochsensiblen Menschen ähneln, daher werden die beiden Themen häufig in einem Kontext genannt.

Im Gegensatz zu einer ererbten Hochsensibilität lässt sich eine durch ein Trauma erworbene Hochsensibilität unter Umständen aber auflösen und daher macht es für jeden Sinn, der sich als hochsensibel einschätzt, auch vielleicht mal zu schauen, ob es sich um eine erworbene oder eine angeborene Hochsensibilität handelt.

Und genau darum soll heute in dieser und den nächsten Folgen gehen.

02:52 Also steigen wir ein. Warum sollen wir uns überhaupt mit dem Thema „Trauma“ als hochsensibler Mensch beschäftigen?

Es gibt eben die Idee, einer Unterscheidung einer erworbenen Hochsensibilität und einer angeborenen Hochsensibilität.

Und viele der beschriebenen Verhaltensweisen von traumatisierten Menschen, scheinen Hochsensibilität in manchen Punkten auch recht ähnlich.

Also z.b. eine höhere Stressanfälligkeit, ein erhöhtes drückt Schutzbedürfnis aber vor allem eine erhöhte Empfindsamkeit gegenüber bestimmten Sinneseindrücken, wie z.b. Gerüchen, Licht und Tönen vor allen Dingen.

Und da ähnelt es eben sehr stark Hochsensibilität.

03:38 Fangen wir mal an mit der Frage, was ist überhaupt ein Trauma?
Denn, also ich persönlich mag es einfach, Dinge zu analysieren und zu hinterfragen.
Denn mir hilft es, die Dinge zu verstehen, um dann auch besser damit umgehen zu können, wenn es mich betrifft.

Und ein ganz guter Anfang für ein einheitliches Verständnis ist, glaube ich, sich mal mit der Definition zu beschäftigen. Also, wie ist Trauma definiert und da gibt’s tatsächlich verschiedene Definition. Ich habe da mal ein paar rausgesucht.

Also die, WHO, die Weltgesundheitsorganisation definiert ein Trauma als: „ein Trauma ist ein kurz oder lang anhaltendes Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalen Ausmaß.“

Dagegen die deutsche Gesellschaft für Psychotraumatologie, deGPT abgekürzt, definiert den Begriff wie folgt:
„Der Begriff Trauma, aus dem griechischen „Wunde“, lässt sich bildhaft als eine seelische Verletzung verstehen zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann.“

Die Definition im amerikanischen Diagnosehandbuch dsm-5 der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft schreibt hingegen: „Ausgesetztsein von tatsächlichem oder drohendem Tod, schwerer Verletzung oder sexuellem Missbrauch als Opfer oder Zeuge.“

05:21 Also ich würde es eigentlich am liebsten hier in dem Kontext dieses Podcasts so definieren, das es ein Ereignis von so bedrohlichen Ausmaß ist, dass das Bewusstsein nicht die normalen Anpassungs- und Bewältigungsstrategien anwenden kann und es ein traumatisches Erlebnis nicht als normale Erinnerung verarbeiten kann.

05:55 Denn unsere Erinnerungen sind nämlich meist sequentiell gespeichert. Das heißt, eine nach der anderen. Wir wissen, wann was auf welches Ereignis erfolgt ist. In der Regel.

Und bei einem Trauma ist es eben anders. Da funktioniert diese zeitliche Einordnung nicht mehr. Also viele traumatisierte Menschen können nicht mehr genau sagen wann es war und in welchem Kontext. Das nennt man dann eine traumatische Störung.

06:34 Wie häufig tritt denn sowas auf? Also ich habe da mal eine Studie gefunden und nach der sind in Deutschland 26 % aller Männer und 17,7% aller Frauen, die im Laufe ihres Lebens eine traumatische Erfahrung machen.

Jetzt ist es allerdings wichtig zu wissen, dass nicht alle, die so ein traumatisches Erlebnis oder traumatische Erfahrung machen müssen, auch eine Traumafolgestörung erleiden.
Also nur bei einem Viertel der Betroffenen tritt danach eine solche Folgestörung auf, wie z.b. eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung oder dissoziative Störungen.

Was aber offensichtlich ist, das Frauen gegebenenfalls von diesen Traumafolgestörungen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

07:37 Was passiert denn jetzt eigentlich im Gehirn bei so einem Trauma?

Also hier gibt es ein Modell und wie bei allen Modellen, ich glaube ich habe das schon paar mal erwähnt im Podcast, ist das natürlich eine Vereinfachung. Eine Vereinfachung eines sehr, sehr komplexen und individuellen Vorgangs, um ihn möglichst verständlich zu machen.

Also, bei diesem Modell agiert ein Teil des Gehirns, der Thalamus, als das „Tor des Bewusstseins“. Das heißt, hier werden unsere Sinneseindrücke gefiltert, bevor sie dann weiter gehen. Das ist der Teil, der bei uns hochsensible Menschen scheinbar einfach durchlässiger ist, als bei normal sensible Menschen.

08:29 Als nächstes kommt so ein Impuls zur Amygdala. Das ist das Zentrum der Emotionen.

Und die Eindrücke unserer Umwelt aus dem Thalamus, werden mit Emotionen verknüpft.

Das heißt, alles was wir wahrnehmen, verknüpfen wir mit Emotionen. Deswegen können wir uns Dinge die wir mit Emotionen verknüpfen, auch besser merken, als rein nüchterne Fakten.

Wir wissen oft z.b. wie wir uns im Urlaub gefühlt haben, abseits von den rein nüchternen Fakten.
Also man merkt sich ja nicht: „ja, ich bin aufgestanden, ich bin zum Pool gegangen, ich bin zum Frühstück gegangen“. Sondern man erinnert sich vielleicht eben an das Gefühl als man da aufgewacht ist im Urlaub, wo es so schön warm war. Oder das kühle Nass des Pools, wie man sich erfrisch gefühlt hat.

Das ist ja das, was wir uns eigentlich merken und nicht die rein nüchternen Fakten.

Und bei uns hochsensible Menschen, scheint auch dieser Teil des Gehirns einfach aktiver zu sein bzw intensiver zu arbeiten. Deswegen spüren wir Emotionen oft sehr tief, sehr intensiv als hochsensible Menschen.

09:51 Die Amygdala, die spielt zusammen mit dem Hippocampus.

Und das ist der „nüchterne Denker“. Das ist der Teil, wo die Fakten sortiert werden, Ereignisse aber auch eben zeitlich und geographisch eingeordnet werden.

Reize, die auf das Gehirn eintreffen, die werden bewertet in gut, schlecht, nützlich, irrelevant und damit entscheidet der Hippocampus maßgeblich, was es für uns wert ist, im Langzeitspeicher unseres Gehirns, der Großhirnrinde, abgespeichert zu werden und was nicht.

10:30 So ist der normale Ablauf und was passiert jetzt bei dem Trauma?

Das Gehirn wird bei einem Trauma, als Reaktion auf diese extrem bedrohlich wahrgenommen Situation, mit Stresshormonen, vor allen Dingen eben mit Cortisol überflutet.

Und durch dieses Cortisol wird das Zusammenspiel zwischen Amygdala und Hippocampus gestört.

Die Amygdala läuft doch das Cortisol im Notfallmodus, also absolut Vollgas.

Und der Hippocampus wird in seine Funktion dadurch beeinträchtigt.

Und die Amygdala ist nämlich auch ganz wesentlich an der Konditionierung von Angst beteiligt. Das heißt flight or fight gewinnt statt der rational Verarbeitung immer in der Bedeutung, um das eigene Überleben zu sichern.

Und die rationale Verarbeitung von Informationen wird eben zurückgestellt, ist sekundär.

11:40 Das ist ein Schutzmechanismus, der es eben uns ermöglicht hat, schon schon seit Urzeiten in Extremsituationen handlungsfähig zu bleiben.

Das Beispiel, was da immer angeführt wird, ist der der Säbelzahntiger. Also wenn da ein Säbelzahntiger bei unseren Urururur-Vorfahren um die Ecke kam, dann hat es wenig Sinn gemacht sich zu überlegen: aha, was ist das für eine Katze? Hat lange Zähne, okay. Hat auch lange Krallen, ja. Könnte die vielleicht auch bedrohlich sein? Ja, nein, abwägen.
Nein! Zack, dann Stresshormon, laufen und zwar so schnell wie möglich, denn wer schneller lief, hat überlebt.

Also eine total sinnvolle Reaktion unseres Systems, unseres Gehirns, um unser Überleben sicherzustellen.

12:29 Und wenn das eben extrem, extrem, extrem ist, eine total bedrohlich Situation, eben ein Trauma, kein reiner Stress, sondern ein echtes Trauma, dann kann es passieren, dass dieses Ereignis vom hippocampus nicht mehr zeitlich, örtlich und faktisch einsortiert werden kann in unserem Gehirn, in unseren Erinnerungen.

Aber mit einer extrem starken Emotionen verknüpft ist, wie Angst, bis hin zu Todesangst.

Und damit ist eine rationale Bewertung im Nachhinein, von „es ist vorbei und ich habe es überlebt“ gar nicht mehr möglich.

13:16 Und das ist eben genau ein Trauma.

Das ist ein traumatisches Erlebnis und das sind dann die Traumafolgestörungen, wenn es immer wieder zu diesen Situationen, wenn diese Situation immer wieder durchlebt werden.

13:34 Und das bringt uns zu dem Thema „Trigger“.

Also was löst es eben aus, dass so eine traumatische Situation noch mal durchlebt und noch mal erlebt wird? Oder immer wieder.

Auch hier habe ich für mich ein Modell aus meiner Realität, das es für mich vielleicht ein bisschen greifbarer macht. Vielleicht kannst du damit auch was anfangen.

Und zwar beschäftige ich mich oder habe ich mich in der Vergangenheit eben auch mit Programmieren beschäftigt. Und beim Programmieren von Programmen, egal wo, gibt es einen Ansatz, den nennt man objektorientierte Programmierung.

Das heißt da werden kleine und kleinste Programmfunktionen, die spezielle Aufgaben erfüllen, in kleine Programme ausgelagert.

Und die werden von dem eigentlichen Hauptprogramm immer nur bei Bedarf aufgerufen. Also wenn man es gerade braucht um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, dann wird es aufgerufen und danach auch wieder beendet.

Und, was passiert jetzt, wenn so ein kleines Unterprogramm, so ein Objekt einen Fehler hat?

Also mein „Lieblings-Fehler“ beim Programmieren war immer ein Strichpunkt zu vergessen, dann funktioniert dieses Objekt nicht mehr richtig.
Das führt zu einem Programmfehler, aber das Hauptprogramm kann trotzdem weiter laufen, unter Umständen.

Und so ähnlich stelle ich mir das auch ein bisschen vor, dass unsere Erinnerungen und unsere Erfahrungen die wir so im Laufe unseres Leben machen, wie so kleine Objekte sind.

Und ein Trauma ist dann ein defektes Objekt, ein defektes Programmteil. Das heißt, wir können ja trotzdem weiter leben, auch traumatisierte Menschen leben ja weiter.

Aber wenn es eben zu diesem Aufruf dieses Objekts, dieses traumatischen Ereignis kommt, dann kommt es zu einem zu einem schwerwiegenden Ereignis sozusagen, einer schwerwiegende Beeinträchtigung.

15:45 Nämlich z.b. die Gefühle von von Panik, von Angst, Wut, Ohnmacht. Oder ein erhöhter Puls, Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Übelkeit, Brechreiz, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden, Schwächeanfälle, Schwindel, Schmerzen, dissoziative Zustände, wie z.b. Depersonalisierung, Derealisation, Bewegungsstörungen bis hin zu Stupor oder Starre. Oder switchen in einen anderen Persönlichkeitsanteil, vor allem bei so einer dissoziativen Identitätsstörung. Das sind alles so Auswirkungen von so einem Trauma auf die Betroffenen von denen berichtet wird.

16:30 Und was kann jetzt diesen Aufruf auslösen, was sind da jetzt also Trigger?

Das sind alle Sinneseindrücke, die ja von der Amygdala verknüpft wurden mit dem Ereignis. Also Gerüche, Geräusche, körperliche Empfindungen aber auch Orte, Gefühle. Bestimmte Personen zu sehen. Zeiten, also bestimmte Daten.

Und das Trauma wird von den Betroffenen wieder und wieder durchlebt.

Also ist ja ganz klar, dass das System Mensch, dass das eigene Bewusstsein versucht sich zu schützen und natürlich auf diese Trigger sehr empfindsam reagiert.

Bis hin zu natürlich auch einen Versuch die zu vermeiden und hier ähneln sich eben hochsensible Menschen, die eine angeborene Hochsensibilität haben und traumatisierte Menschen.

17:40 Aber, das ist ganz, ganz wichtiges aber, Hochsensibilität an sich ist nicht pathologisch! Das ist keine Krankheit bzw keine Störung und ein Trauma schon.

Das heißt auch, man kann durch das Auflösen des Traumas – was wohl möglich ist – auch dafür sorgen, dass diese Trigger weg sind und damit diese erlernte Hochsensibilität.

Jetzt fragst du dich vielleicht: „ja, was gibt’s denn da für Lösungsansätze?“, um dieses Trauma zu verarbeiten. Und für die Verarbeitung ist es notwendig anscheidend, dass das traumatische Ereignis in einen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden kann.

Also zeitlich, örtlich, weil erst dann eben sich diese Einstellung auch entwickeln kann in uns, dass es vorbei ist und dass man es überlebt hat.

So schlimm es auch war.

18:50 Und hierzu wirst du in den nächsten Folgen sehr spannende Interviews hören, mit Menschen, die sich darauf spezialisiert haben und da freue ich mich schon drauf.

Hör da unbedingt rein. Dort bekommst du wirklich ganz tolle Ansätze.

19:12 Lass mich noch mal zusammenfassen die heutige Folge: also traumatisierte Menschen haben wirklich schlimme Erfahrungen gemacht und ich bin natürlich weder Arzt noch Wissenschaftler, doch ich glaube, dass es hilfreich ist eine angeborene Hochsensibilität von einer erworbenen Hochsensibilität die durch ein Trauma ausgelöst wurde, zu unterscheiden.

19:43 Ich finde sogar, man sollte diese beiden Begriffe einfach trennen. Also es gibt Hochsensibilität und es gibt die Auswirkungen eines Traumas.

Die einer Hochsensibilität ähnlich sein können. Aber, vor allem dadurch, dass traumatisierte Menschen eben auf bestimmte Auslöser empfindlicher reagieren, um das Trauma nicht immer und immer wieder spüren zu müssen.

Und der Unterschied ist, dass sich eben bei traumatisierten Menschen eben auch so ein Ereignis, so ein traumatisches Ereignis in der eigenen Biographie finden lässt.

Und bei hochsensible Menschen nicht unbedingt. Und durch die Behandlung eines Traumas, können auch die Bedeutung der trigger verlieren, also die trigger haben dann keine Bedeutung mehr.

Das heißt, wenn man es ganz deutlich formuliert, eine erworbene Hochsensibilität, die so beschrieben wird, kann aufgelöst werden.

Eine ererbte Hochsensibilität nicht und die ist auch nicht pathologisch. Das ist keine Störung, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal.

Die lässt sich nicht auf einzelne Ereignisse zurückführen. Es gibt keine trigger, sondern eben eine generell sensorisch erhöhte Empfindsamkeit.

Die sicherlich je nach Sinnes-Präferenz unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, aber in der Regel alle Sinne betrifft.

Und somit lässt sich auch eine angeborene Hochsensibilität nicht auflösen oder rückgängig machen.

Und sehr oft lässt sich auch eine Hochsensibilität auch in der eigenen Ahnenreihe zurückverfolgen. Das heißt, oft war mindestens ein Elternteil schon hochsensibel und hat diese Disposition vererbt.

Ich kann mir aber z.b. sehr gut vorstellen, dass der initiale Auslöser vielleicht in der Ahnenreihe, ein unaufgelöstes Trauma war.

21:59 Also, ein Ereignis, dass diese neurobiologischen Zusammensetzung im Gehirn eben so beeinflusst hat, wie es bei einem Trauma der Fall ist, wie ich es beschrieben habe und das aber eben vererbt wurde.
Vielleicht über viele Generationen und dann eben eine ererbte Hochsensibilität ist. Das ist aber nur eine Theorie von mir, die nicht bestätigt ist.

22:25 Doch für dich ist ja das hier und jetzt relevant und wie du mit deiner Hochsensibilität umgehen und ein glückliches Leben führen kannst.

Und ganz ohne Hochsensibilität glorifizieren zu wollen, glaube ich, dass wir Hochsensibilität in vielen Fällen auch als Geschenk eben betrachten können.
Dankbar sein können für das offene „Tor des Bewusstseins“, den Thalamus und die hohe Aktivität der Amygdala, die uns eben diese tiefen Emotionen erfahren lässt.

22:59 Wir können Ereignisse auch trotz Hochsensibilität sehr gut rational bewerten und in einen zeitlichen und örtlichen Zusammenhang bringen.

Wichtig ist halt die Selbstwahrnehmung, die eigene Perspektive auf die eigene Hochsensibilität. Und ja, hier halte ich einen positiven Blickwinkel für hilfreicher und daher gibt es in diesem Podcast Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang, den positiven Umgang mit deiner Hochsensibilität.

23:32 Vielleicht möchtest du mir jetzt deine Meinung zu dieser Episode mitteilen? Dann kannst du das sehr gerne als Kommentar auf meiner Webseite auf meiner Website unter einfach-hochsensibel.de/037 oder eben auch als Rezension bei iTunes.
Und wenn du das jetzt im September machst, dann hast du auch, wie in der letzten Folge bereits angekündigt, die Chance ein signiertes Exemplar meines Buches „Balanced Mind – Bogenschießen für hochsensible Menschen“ zu gewinnen.

Ich freue mich auf jeden Fall von dir zu hören. Wünsche dir ganz viel Freude, einen schönen Tag und bin gespannt wie du die folgenden Folgen, die folgenden Episoden aus diesem Themenschwerpunkt „Trauma und Hochsensibilität“ findest.

Ich freue mich von Dir zu hören!

Mein Name ist Jean-Christoph.

Servus.

Photo by Matthew Henry on Unsplash

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5 Kommentare zu “[EHSP 037] Trauma und Hochsensibilität

  1. Gabriele Amstetter Sep 25, 2017

    Griaß di Jean-Christoph,
    der heutige Podcast hat mir so enorm gut gefallen, dass ich es heute einfach einmal tue und dir schreibe!
    Ich schaue immer wieder mal auf deine Seite, und die Podcasts gefallen mir zum einen wegen deiner angenehmen Stimme sehr gut, zum anderen auch weil sie frei gesprochen klingen, also nicht heruntergelesen. Deine freie und ungezwungene Art über dieses Thema zu sprechen tut sooo gut!
    Ich habe vor ein paar Monaten einen Test gemacht und das berühmte befreiende Ahaaa gehabt. Deine Tipps, Tricks und Strategien passen oft sehr gut in meine Thematik. Wenn deine Herausforderung der Umgang mit den Gefühlen ist, dann ist es bei mir wohl die Selbstakzeptanz. Ich habe allerdings das Geflühl, dass sich da schon einiges tut, alleine durch das Wissen was los ist mit mir.
    Deine Erklärung heute vom Traumata werde ich mir sicher noch das eine oder andere mal anhören um es gut zu verstehen und ich bin schon richtig gespannt, wie das Thema weitergeht.
    Ich denke darüber nach, einen Lehrgang beim Wifi (bin aus Österreich) zu machen, wo man zum „Spezialisten“ für Hochsensible Persosnen wird. Hast du zu solchen Lehrgängen auch eine Meinung, würde mich interessieren? Zu gerne wäre ich auch so ein Botschafter wie du und möchte diese Informationen in die Welt hinaus tragen!
    Danke dass du dies alles tust, es scheint deine Berufung zu sein!
    Herzliche Grüße,
    Gabriele

    • Jean-Christoph Sep 26, 2017

      Grias di Gabriele, vielen Dank für diese schöne Rückmeldung! Ich freue mich sehr, wenn dir die Informationen hier helfen und dich ein Stück weiter auf deinem Weg bringen.
      Schön, dass du meine Mission, möglichst viele Menschen mit dem Thema erreichen zu wollen, damit möglichst viele die selbe Erleichterung spüren können wie wir, teilen möchtest.
      Das kannst du sehr gerne machen und am einfachsten, in dem du di Beiträge hier im Podcast und Blog mit möglichst vielen Menschen in deinem Umfeld teilst. Denn man weiß nie, wer sich darin erkennt, der vielleicht gar nicht gedacht hätte, dass er hochsensibel ist. Vielen Dank für deine Unterstützung! 👍

  2. Bianca Sep 28, 2017

    Lieber Jean-Christoph,
    ich bin „durch Zufall“ auf deinen Podcast gekommen und die Folge Trauma-Hochsensibilität war meine erste gehörte Folge.
    Ich finde es toll, dass du Hochsensibilität zum Thema machst und das gleich ja mehreren Gründen:
    – ich bin selbst hochsensibel bzw. Hochsensitiv
    – ich habe die Erfahrung mit Menschen gemacht, die mich zu der Annahme führen, dass jeder Mensch eine Punkt in sich hat, wo er sich dieser Intensität der Sensibilität öffnen kann
    – Hochsensibilität hat auch ganz viel für auf den ersten Blick scheinbar nicht hochsensible Menschen in sich – von Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung bis hin zur Wahrnehmung des eigenen Lebens

    Der Grund weswegen ich schreibe ist folgender:
    Ich bin ein Mensch, der sowohl eine wie du sagst ererbte als auch eine traumabedingte Hypersensitivität u. Hochsensibilität leben darf. Ich empfinde eine solche Unterscheidung zwar interessant, aber letztlich auch als Schublade, die im praktischen Leben in der Auseinandersetzung mit mir selbst ein nachrangige Position besitzt. Gleichzeitig teilt diese Schubalde die Menschen wieder in Unterschubladen ein.
    Wie du sagst, empfinde ich es genauso, dass das JETZT zählt und ob ich meine Sensibilität nun seit Geburt, durch Schock, Trauma, Verlust oder durch das Kennenlernen meines Innenlebens entdeckt habe – macht in dem Moment, wo es darum geht: und jetzt? Was mache ich damit? – keinen Unterschied.

    Gleichsam finde ich es auch enorm wichtig aufzuzeigen, was es bedeutet so sensitiv & sensibel zu sein.
    Den wenigsten Menschen ist das klar – erst Recht, wenn es um das Ausmaß geht.
    Ein positiver Blick ist wichtig – ich persönlich finde jedoch den Blick auf das Ganze wichtig – als Balance.

    Deshalb würde ich mir wünschen, dass du auch Beiträge zur „anderen Seite des Empfindens“ (SMILE) machen würdest.

    DANKE