Sind alle hochsensiblen Menschen schüchtern? Ist Hochsensibilität das gleiche wie Schüchternheit. Heute klären wir auch dieses Missverständnis.

Hochsensibilität bedeutet Schüchternheit

Abschrift zur Episode Missverständnis: Hochsensibilität bedeutet Schüchternheit

Tun sich hochsensible Menschen schwerer einen Partner zu finden, weil das alles schüchterne Klemmi’s sind? In der heutigen Episode räumen wir mal mit diesem Vorurteil auf.

00:24 Ja, grias di, mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und du hörst eine neue Episode des Podcasts „einfach hochsensibel“, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität.

00:36 Und tatsächlich gibt es echt Menschen, die glauben, dass schüchtern sein und Hochsensibilität irgendwie das selber wären. Und, ich weiß nicht, wie ich jetzt auf dich wirke durch das Mikrofon, aber ehrlich gesagt, ich empfinde mich nicht als schüchtern. Und wenn ich mir anschaue, wie viele Interviews ich in diesem Podcast schon gemacht habe, das hätte ich ja gar nicht machen können, wenn ich schüchtern wäre, weil dann hätte ich mich ja gar nicht getraut, meine Interview-Gäste anzusprechen.

01:03 Also Schüchternheit und Hochsensibilität sind sicher nicht dasselbe.

01:09 Was ich vielleicht bin, ist Introvertiert. Also man unterscheidet zwischen introvertiert und extrovertiert. Und introvertiert bedeutet, dass man Energie gewinnt, oder sich kraftvoller fühlt, wenn man den Blick nach innen richtet. Wenn man sich mit sich selbst beschäftigt. Und Kontakte im Aussen kosten Energie. Da braucht man einfach einen gewissen Energieaufwand. Das ist nicht irgendwie wertend gemeint oder so, sondern das kostet einfach Energie. Und natürlich möchte man auch als introvertierter Mensch soziale Kontakte haben und Freundschaften pflegen und so weiter und ist dann auch gerne bereit, diese Energie zu investieren. Diese Energie gerne zu geben dafür.

02:06 Und bei Extrovertierten Menschen ist das einfach genau anders herum. Die bekommen Energie, wenn sie sich mit anderen Menschen umgeben, wenn sie in Gemeinschaft sind. Das gibt ihnen Power und kostet sie Kraft, sich nur mit sich selber zu beschäftigen, den Blick nach innen zu richten. Und natürlich kann auch ein extrovertierter Mensch meditieren.

02:32 Es ist einfach nur so, das eine geht ganz einfach und gibt Energie und das andere kostet Energie und Energie steht uns einfach nicht unbegrenzt zur Verfügung, so das wir uns überlegen müssen, wohin wir die verteilen wollen.

02:48 A propos Verteilung: man geht davon aus, dass 70% aller hochsensiblen Menschen eher introvertiert sind und 30% eher extrovertiert. Und ich betone dieses „eher“ ganz bewusst, weil auch Introversion oder Extraversion sind keine absoluten Eigenschaften. Also man ist nicht entweder introvertiert oder extrovertiert, sonder man ist eher introvertiert und in manchen Situationen vielleicht manchmal auch extrovertiert. Und genauso gut umgekehrt.

03:23 Überhaupt ist Introversion und Extraversion vielleicht auch so ein bisschen unabhängig zu sehen von der Hochsensibilität. Ich hatte das ja schon mal in der Episode 030 angesprochen, da das big-5-Model, da ist Extraversion auch ein Aspekt der angeschaut wird.

03:47 Schauen wir uns jetzt nochmal die Definition von Schüchternheit an: “schüchtern” heißt “scheu” oder kommt von scheu und beschreibt eigentlich die Reaktion auf Kontakt mit Fremden. Und zwar in Form von Verunsicherung oder Furcht. Schüchternheit ist also ein Teilaspekt von Ängstlichkeit. Und ich glaube es gibt sehr viele hochsensible Menschen die in keinster Weise mit Verunsicherung oder Furcht auf fremde Menschen reagieren.

04:30 Und deswegen sind hochsensible auch nicht unbedingt schüchtern. Natürlich gibt es auch schüchterne hochsensible, aber ich meine die Mehrheit. Heute soll es in dieser Folge wirklich darum gehen, dass man diese beiden Begriffe durcheinander mischen könnte.

04:49 Schüchterne Mensche sind allerdings tatsächlich häufiger introvertiert. Also das ist tatsächlich so. Wenn man das untersucht, dann stellt man fest, dass schüchterne Menschen eher introvertiert sind, als extrovertiert sind. Vielleicht ist so irgendwo auch dieses Missverständnis zu erklären.

05:14 Lass mich das nochmal kurz zusammenfassen: also, Schüchternheit ist nicht das selbe wie Introversion oder Extraversion. Schüchterne sind zwar häufiger introvertiert, aber Hochsensibilität hat mit Schüchternheit nichts zu tun und ist einfach unabhängig davon zu sehen. Und auch dann wenn hochsensible mit 70% eher introvertiert sind, als extrovertiert.

05:40 Und vielleicht ist dass das Missverständnis und vielleicht kannst auch du helfen, aufzuräumen mit diesem Missverständnis.

05:53 Vielleicht schätzt du dich ja sogar eher als extrovertiert ein. Und wenn das so ist, dann kannst du ja mal eine kleine challenge annehmen, wenn du möchtest und nämlich mal diese Episode mit allen deinen Freunden auf Facebook teilen. Gehe dazu am besten auf meine Facebook-Seite, auf die Fanpage zu diesem Podcast, die findest du unter fb.me/einfachhochsensibel. Dort auf jeden Fall dein „Gefällt mir“ da lassen und dann den Post zu dieser Episode, zu der Episode 033, mal mit all deinen Freunden teilen. Dann kannst du ja schon mal gar nicht so schüchtern sein. 😉

06:45 Also, ich hoffe, wir haben wieder mit einem Vorurteil aufräumen können und ich freue mich, wenn du deine Hochsensibilität als eine Gabe betrachtest und vielleicht konnte ich dir damit auch wieder den ein oder anderen Tipp, oder Trick oder eine Strategie zum Umgang mit deiner Hochsensibilität geben. Darum geht es nämlich in diesem Podcast „einfach hochsensibel“.

Mein Name ist Jean-Christoph von Oertzen und wir hören uns nächste Woche.

Servus.

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2 Kommentare zu “[EHSP 033] Missverständnis: Hochsensibilität bedeutet Schüchternheit

  1. Nicoletta Aug 29, 2017

    Lieber, toller Jean-Christoph
    Ich würde ja die Challenge annehmen, habe aber kein facebook-account mehr (gelöscht wegen Überreizung!!!), aber ich brauche auch keine Challenge mehr, denn ich weiss auch so, dass ich eher extrovertiert bin. Schwierig ist das, wenn mir immer wieder Leute begegnen, die deshalb gar nicht glauben können, dass ich hochsensibel bin (weil ich eben auf den ersten Blick nicht so wirke). Da meditieren bei mir nicht so funktioniert, meditiere ich jetzt einfach mit Pfeil und Bogen (danke für Dein tolles Buch zu diesem Thema!!!) und das ist für mich genau die richtige Form der Entspannung, nicht einfach nur stillsitzen, aber auch nicht zu sehr powern – einfach loslassen… Viel Licht und Liebe Euch allen! Nicoletta

    • Jean-Christoph Aug 29, 2017

      Oh, ganz herzlichen Dank für deine Rückmeldung, Nicoletta.

      Ich kann mir gut vorstellen, das es für dich als eher extrovertierten Mensch noch herausfordernder ist, deinem Umfeld deine Hochsensibilität zu erklären.

      Es freut mich sehr, dass das Balanced Mind Bogenschiessen das richtige für dich ist! 😄