Kannst du gut mit Kritik umgehen? Nein?

Aber bestimmt kannst du leicht Kritik üben, oder?

So geht es vielen hochsensiblen Menschen. Warum und was du machen kannst um besser oder leichter mit Kritik umzugehen, möchte ich in dieser Episode des Podcasts mit dir teilen.

 

 

Wir sind hierher umgezogen!

Diese Epsiode ist zunächst im Bogenblog erschienen und wurde nachträglich auf einfach-hochsensibel.de übertragen.
Daher kann es sein, dass zum Beispiel in Bildern noch auf den Bogenblog verwiesen wird.
Jetzt hat der Podcast hier sein neues Zuhause und alle weiteren Folgen werden auch hier erscheinen.

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Shownotes zur Episode Kritik bei Hochsensibilität

Die vier Stufen der Gewaltfreien Kommunikation:

  1. Wahrnehmung
  2. Gefühl
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

 

 

Abschrift zur Episode Kritik bei Hochsensibilität

[0:14] Ja grias di, Jean vom Bogenblog und super schön dass du heute wieder dabei bist bei dieser neuen Folge meines podcast „einfach hochsensibel“, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deine Hochsensibilität.
Heute möchte ich ein ganz heißes Thema mit dir anpacken für uns hochsensibele Menschen und ich habe auch einen ganz konkreten Tipp für dich und zwar geht es um den Umgang mit Kritik.
Das ist glaube ich, etwas was uns als hochsensible Menschen, alle die ich bisher kennengelernt habe, betrifft.
Aber vorher möchte ich noch ganz kurz mich bedanken und zwar bei allen die mir in letzter Zeit eine Bewertung bei iTunes für diesen podcast gegeben haben.
Denn obwohl das jetzt gerade mal die zwölfte Folge ist, ist der Podcast schon auf Platz 73.
Und damit ganz weit vorne oder an 1. Stelle sozusagen für das Thema Hochsensibilität und da freue ich mich total drüber, finde ich total super. Und die Bewertungen, die man bei iTunes gibt also,
die Sterne 5 Sterne und dann auch noch eine Rezension dazu, also ein kurzen Text was einem gefallen hat, das bringt den Podcast weiter nach vorne. Und dann möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei Freigeist_GedankenUrlaub, bei der Alessi082, CoachmitHut, bei Jerman2408 – ich hoffe ich habe das jetzt richtig ausgesprochen – und bei NeueWelt die alle schon eine Bewertung hinterlassen haben. Und wenn du diesen Podcast auch noch gerne mit mir weiter nach vorne bringen möchtest in dem Bereich Selbsthilfe, dann freue ich mich wenn du vielleicht auch in iTunes gehst und mir da eine 5 Sterne Bewertung gibst.

Okay jetzt aber zum eigentlichen Thema: Kritik.
Kritik hat zwei Facetten die hier wichtig sind und zwar zum einen das Thema Kritik austeilen.
Darin sind wir als hochsensible Menschen meistens ganz schön gut, denn durch unser vernetztes Denken sind wir einfach relativ schnell in der Lage, komplexe Sachverhalte zu durchdenken,
durchdenken ist jetzt so ein bisschen, ja ich zögere mit dem Wort, weil wir’s ja nicht bewusst durchdenken, also nicht in allen Facetten, sondern es ist oftmals ein Gefühl was sich einstellt. Wir vernetzen die Informationen miteinander und können dadurch vielleicht ein Gefühl für die Zukunft, ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich etwas entwickeln könnte und wir sind meistens dann auch sehr schnell dabei diese Bedenken zu äußern.
Und oftmals führt das einfach zu diesem Image oder zu diesem Eindruck den andere von uns haben, dass wir Bedenkenträger sind.

[3:32] Hier gleich ein ganz konkreter Lösungsansatz, dass du versuchst, nicht die Bedenken zu äußern, sondern wirklich alternative Lösungsvorschläge zu bringen.
Also wenn du das Gefühl hast, die und die Idee haben hat den und den Haken, das vielleicht gar nicht so bewusst oder gleich so deutlich zu benennen, sondern gleich einen alternativen Lösungsvorschlag zu bringen: „Ja, die Idee so und so könnte zwar funktionieren oder ist auch gut, doch die und die Idee, wenn man vielleicht so und so machen würde, hätte ich das Gefühl es könnte noch besser sein.“

[4:15] Wir sind auch sehr gut darin, Kritik auszuteilen weil wir eben so eine feine Wahrnehmung haben.
Also ich meine wirklich die Wahrnehmung auf den verschiedenen Sinneskanälen.
Da gibt es im NLP diese VAKOG-Modell, dass heißt, die fünf Sinne: visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch, für unsere 5 Sinne.
Da geht man davon aus, dass jeder Mensch eine Präferenz hat, also einen Sinn der im besonders liegt.
Wenn jetzt z.b. jemand eine visuelle Präferenz hat und hochsensibel ist, dann kann es ganz ganz oft dazu führen dass wir förmlich die Nadel im Heuhaufen sehen.
Den kleinen Pixel der noch nicht an der richtigen Stelle ist, die Farbe die es noch nicht hundertprozentig trifft.

[5:14] Und das zusammen mit einem Perfektions-Wunsch, den auch sehr viele hochsensible Menschen haben, das führt mal oftmals dazu, das wir dann sehr kritisch wirken, auf unser Umfeld.
Also was für andere längst nah an der Perfektion ist, ist es für uns oftmals noch lange nicht. Aber Perfektion für zur Aggression, das finde ich einen sehr schönen Spruch.
Der Wunsch nach Perfektion ist es das, was uns das Leben oft so schwer macht. Denn Perfektion ist eigentlich in den allerwenigsten Fällen wirklich zu erreichen.

[6:07] Ein zweiter Aspekt von Kritik, der uns als hochsensible Menschen mindestens genauso oft berührt, ist das Thema Kritik ertragen, also wenn wir selber kritisiert werden.

[6:23] Aufgrund unserer Sensibilität spüren wir auch feinste Nuancen in der Kritik oder glauben sie zu spüren. Also selbst wenn sie vermeintlich nüchtern vorgetragen ist, dann spüren wir darin auch vielleicht auch Kritik an unsere Person, also weg von der Sachebene.
Und dann ziehen wir uns ganz häufig zurück, weil das Gefühl haben, dass der andere uns kritisiert und nicht eine Sache.

[7:03] Und das führt dazu, dass unsere Umwelt uns manchmal als Mimosen wahrnimmt, dass wir mit Kritik nicht umgehen können oder uns nicht so anstellen sollen.

[7:17] Zusammen mit einem häufig nicht besonders stark ausgeprägten Selbstwert, weil wir diesen Spruch „stell dich nicht so an“ schon so oft schon gehört haben, führt das oftmals dazu, dass wir uns noch unperfekter fühlen.
Und dann geht das Kopfkino los und wir grenzen uns dann ab von anderen als Person. Oder fühlen uns ausgegrenzt, weil wir denken, derjenige greift uns an.

[7:56] Und da ein ganz konkreter Lösungsansatz ist es, einfach wirklich diesen Selbstwert zu steigern.
Das hört sich so trivial an oder vielleicht auch komplex, ich weiß es nicht. Ich glaube einfach, dass man Selbstwert, das Selbstwertgefühl dadurch steigern kann, dass man das Selbstbewusstsein steigert.
Selbstbewusstsein setzt sich für mich zusammen aus dem Worten selbst und Bewusstsein, also sich seiner selbst bewusst sein und zwar den eigenen Stärken und den eigenen Schwächen.
Und dann kann man, wenn man sich dieser Stärken und Schwächen bewusst ist, kann man leichter auch ein Selbstwert haben und sagen: „ja, okay, das ist meine Stärke, das ist meine Schwäche und das weiß ich und damit kann ich umgehen“.
Mir hat da das Balanced-Mind-Bogenschießen, was ich entwickelt habe, genau an der Stelle sehr geholfen, einfach mich zu erkennen und jeden Tag wieder hin zu gucken, wo sind meine Stärken, wo sind meine Schwächen. Pfeil und Bogen sind da ein extrem klare Spiegel.

Wie können wir jetzt mit Kritik umgehen, sowohl mit der die wir austeilen, und zwar so, das uns unsere Umwelt uns positiver wahrnimmt und diese Kritik offener aufnimmt, als auch mit der Kritik, die wir erhalten, dass wir sie selbst besser annehmen können und sie als positive Chance zur Weiterentwicklung sehen können.

[9:35] Und da gefällt mir das Modell der Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg besonders gut. Das ist ein Kommunikationsmodell, was vier einfache Schritte hat.
Und mit dem ich glaube, dass man die Kommunikation mit der Umwelt gerade als hochsensibel Mensch sehr einfach verbessern kann.
Die Grundlage der Gewaltfreie Kommunikation ist ein wertschätzendes Menschenbild, also „ich bin okay, du bist okay“.
Und wenn man davon als Grundannahme ausgeht, dann ist man schon ein ganzes Stück weiter.

[10:23] Das Modell setzt auf vier Stufen auf oder hat vier Stufen die ich dir kurz erzählen möchte oder erläutern möchte und als Beispiel würde ich jetzt einfach mal ein Beispiel aus dem Arbeitskontext nehmen, das könnte sich vielleicht alle am leichtesten vorstellen.
Also die erste Stufe der Gewaltfreie Kommunikation ist, dass man die eigene Wahrnehmung beschreibt und zwar möglichst wertungsfrei, also neutral. Zum Beispiel:
„Ich sehe hier eine Abweichung in dem Bild von unseren Richtlinie“.
Das ist eine ganz neutrale Feststellung, eine Wahrnehmung.

Mit der ich-Perspektive, also nicht „du hast da aber die und die falsche Schrift verwendet“.
Das wäre anklagend. Sondern ich-Wahrnehmung: „ich sehe hier eine Abweichung in dem Bild von unseren Richtlinien“.

[11:27] Die zweite Stufe ist die Beschreibung des eigenen Gefühls dabei, also was macht das mit mir.

[11:36] Zum Beispiel: „das irritiert mich und ich habe Bedenken, dass unser Unternehmen Schaden nehmen könnte“.

[11:46] Auch hier wieder der Fokus auf das „ich“, wie ist mein Gefühl dabei. Nicht was denken andere darüber oder was könnten andere darüber denken oder wie könnte es auch für andere wirken, sondern wie geht’s mir dabei.

[12:03] Die dritte Stufe ist die Formulierung eines Bedürfnisses, dass sich daraus ergibt z.b. „mir ist ein visuell einheitliches Erscheinungsbild wichtig“.
Das ist mein Bedürfnis, auch wieder die ich-Perspektive ganz wichtig.

[12:24] Und die vierte und letzte Stufe ist die Formulierung einer Bitte z.b. „können wir die Farbe X in dem Bild bitte noch mal prüfen oder ändern“.
Das ist keine Forderung, also nicht: „wir müssen die Farbe ändern, die passt nicht“.
Sondern eine Bitte: „können wir die Farbe bitte noch mal überprüfen“. Und eine Bitte kann man immer auch ablehnen, dass ist auch in Ordnung, im Gegensatz zu einer Forderung.

[13:02] Ich glaube dass dieses Modell der Gewaltfreien Kommunikation wirklich ein super Ansatz ist.
Ich finde, den kann man auch ganz toll einfach mal ausprobieren.
In dem man sich das nochmal vor Augen führt. Ich habe dir das noch mal zusammengestellt in den Shownotes zu dieser Episode. Die findest du unter bogenblog.de/012, für die 12. Episode.
Da kannst du es noch mal anschauen und ich lad dich ein, probiere es einfach mal aus.
Du hast ja nichts zu verlieren, das nächste mal wenn du in der Situation bist, wo du etwas kommunizierst und das muss noch nicht mal Kritik sein. Das kannst du in jeder Situation anwenden. Probier diese Gewaltfreie Kommunikation einfach mal aus.
Und ich würde mich auch total freuen, wenn du dann vielleicht deine Erfahrungen dann als Kommentar im Bogenblog postest, wie es dir damit geht, ob es dir hilft mit Kritik als hochsensibler Menscher besser oder leichter umzugehen.

[14:02] Das war diese Folge vom podcast „einfach hochsensibel“. Ich freue mich wenn das nächste Mal wieder einschaltest, Jean vom Bogenblog, Servus.

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