In der ersten Folge des Podcasts „einfach hochsensibel“ geht es gleich um etwas ganz grundsätzliches: was bedeutet Hochsensibilität eigentlich wirklich?

Und was sind nur Vorurteile oder Missverständnisse.

Höre jetzt in diese Folge rein:

 

Wir sind hierher umgezogen!

Diese Epsiode ist zunächst im Bogenblog erschienen und wurde nachträglich auf einfach-hochsensibel.de übertragen.
Daher kann es sein, dass zum Beispiel in Bildern noch auf den Bogenblog verwiesen wird.
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Show notes: was bedeutet Hochsensibilität

 

Abschrift

[0:11] Ja grias di, zu dieser ersten Ausgabe meines Podcast „einfach hochsensibel“.
In diesem Podcast möchte ich dir Ideen Tipps und Tricks geben wie du mit deiner Hochsensibilität im Alltag einfach ein bisschen besser zurecht kommst.

[0:27] In dieser ersten Ausgabe geht es gleich um etwas ganz grundlegendes, nämlich um die Frage, was ist Hochsensibilität überhaupt genau. Denn meiner Meinung nach ist dieser Begriff sehr missverständlich.
Wir alle nehmen unsere Realität wahr über unsere 5 Sinne, also sehen, riechen, hören, schmecken, tasten.

[0:51] Und erst diese Informationen, die über diese Sinneswahrnehmungen in unserem Gehirn landen.

[1:00] So wie wird die interpretieren, schaffen wir uns unsere Realität.
Also unsere Realität entsteht eigentlich in unserem Kopf, basierend auf diesen Informationen, die über diese fünf Sinneswahrnehmungen auf uns einströmen.

[1:18] Das heißt auch, jeder hat seine Realität.

[1:23] Jetzt ist es aber so, wenn du dich jetzt mal um schaust, gerade dort wo du jetzt bist, dann würdest du viel mehr sehen, als das, was du tatsächlich in dem Moment wahrnimmst.

[1:36] Deine Aufmerksamkeit steuert das, was du tatsächlich wahrnimmst. Das worauf du dich konzentrierst, das siehst du auch bewusst. Auch wenn deine Augen in der Lage sind viel viel viel viel mehr drum rum zu sehen.
Du kennst sicherlich das periphere Blickfeld, das ist der Bereich, den wir unscharf sehen, im Gegensatz zu dem Punkt den wir fixieren, den wir scharf sehen.
Das heißt diese Informationen sind grundsätzlich vorhanden, auch in unserem Gehirn, bloß sie werden als nicht relevant verworfen.
Und zwar über einen Filter-Mechanismus den wir mit unserer Aufmerksamkeit steuern.

[2:23] Dieses Prinzip ist bei allen Menschen im Grunde gleich, nur bei hochsensiblen Menschen sind diese Filter einfach nicht so stark ausgeprägt.
Das heißt mehr dieser Informationen landen in unserem Bewusstsein. 
Jetzt ist allerdings nicht so, dass du einen größeren Bereich scharf sehen kannst.
Sondern, diese Rand-Informationen sind da, als Gefühle, als Emotionen, als Eindrücke, die wir aber auch als hochsensible Menschen meistens nicht bewusst greifen können.

[3:01] Aber das mehr an Informationen gibt sozusagen ein größeres, eine runderes Bild.

[3:09] Da kommen wir auch dann gleich zu den Vorteilen, die diese Hochsensibilität mit sich bringt, das ist nämlich eben diese ausgeprägte Sinneswahrnehmung.
Wenn du dir vorstellst, z.b. ein Masseur, jemand der andere Menschen massiert, f
ür den ist es enorm hilfreich, wenn er nicht nur mit seinem Tastsinn, also mit seinen Fingern genau spürt, wo eine Verspannung ist, sondern auch das gesamte drumrum wahrnimmt. Der merkt vielleicht die Körperbewegung desjenigen, den er da massiert, leichte Regungen, Dinge, die ihm nicht bewusst auffallen, aber eben unterbewusst als Informationen da sind und für ihn ein anderes Bild ergeben.

[3:59] Durch diese vielen Informationen fällt es uns als hochsensible Menschen oft auch leichter, vernetzt zu denken. Also Dinge miteinander in Zusammenhang zu setzen, in Kombination zu bringen, die vielen vielen Puzzle-Stückchen miteinander in Beziehung zu setzen. Dieses vernetzte Denken, diese Fähigkeit, dieses big picture zu sehen oder dieser Wunsch dieses big picture zu sehen, kann in vielen Fällen hilfreich sein.

[4:31] Aus diesem, aus dieser Fähigkeit diese zusätzlichen Informationen zu haben, ich muss ja aufpassen, weil ich wollte jetzt eigentlich schon sagen diese Informationen zu verarbeiten, aber wir verarbeiten sie ja nicht bewusst, sondern unterbewusst, und das ist eigentlich ganz wichtig, dass man sich das noch mal vor Augen führt, diese Informationen sind zwar vorhanden bei hochsensiblen Menschen aber wir können Sie meistens nicht bewusst verarbeiten, sondern wir haben sie nur unter unterbewusst zur Verfügung.
Aber das führt z.B. auch zu einer großen oder häufig zu einer Fähigkeit der Empathie.
Wir nehmen z.b. wenn wir in einen Raum kommen unbewusst die Körpersprache unserer Mitmenschen wahr, wir spüren förmlich, wie die Stimmung im Raum ist.
Und dadurch sind wir auch sehr gute Zuhörer.
Wir sind in der Lage die Nuancen zwischen den Zeilen zu hören, zu spüren und uns in den anderen hineinzuversetzen.

[5:42] Das ist leider auch auf der anderen Seite oft der größte Nachteil, den die Hochsensibilität mit sich bringt.
Denn dieses sich in den anderen hineinversetzen, heißt auch von sich weggehen.

[5:57] Man kann schon von einem entgrenzten ich sprechen, also „was sind meine eigenen Wahrnehmungen?“, „was sind die Wahrnehmung meines Gegenübers?“, „wo bin ich bei mir?“, „wo versetze ich mich in den anderen hinein?“.
Damit haben viele Hochsensible einfach zu kämpfen, zu kucken und oftmals neu zu lernen, wo beginne ich, was sind meine eigenen Emotionen und was ist das, was ich von meinem Gegenüber, von meiner Umwelt wahrnehme und spüre.

[6:32] Ein weiterer Nachteil ist, dass die Reaktion auf Sinneseindrücke manchmal sehr heftig ist.
Also, viele hochsensible Menschen reagieren zum Beispiel auf starke Lichtwechsel, also hell/dunkel, grelles Licht, sehr extrem, fast schon mit körperlichem Schmerz.

[6:54] Ein Beispiel das vielleicht auch viele Hochsensible aus ihrer Kindheit kennen,  wenn sie einen Wollpulli anziehen mussten und gesagt haben „der kratzt unerträglich auf der Haut“ und die Mutter vielleicht gesagt hat, „stell dich nicht so an, ist doch ein ganz normaler Wollpulli“.
Diese Wahrnehmung ist natürlich völlig individuell und hochsensibele Menschen reagieren einfach sehr empfindsam auf Ihre Sinne, also in einem viel stärkeren Maße.

[7:28] Das können sich nicht-hochsensible Menschen oftmals einfach gar nicht vorstellen.

[7:36] Und auch ein weiterer, vielleicht der größte Nachteil der Hochsensibilität ist, das diese dauernden Eindrücke, diese dauernden Sinneswahrnehmungen, in einem viel höheren Maße auf unser System, zu einer Erschöpfung führen.
Man kann sich das wirklich so vorstellen, dass unser Bewusstsein andauernd mit Informationen beschossen wird.
Das erschöpft einfach das System schneller. Das heißt nach intensiven Sinneseindrücken brauchen wir als hochsensible Menschen, Phasen des Rückzugs, der Ruhe und möglichst weniger Sinneseindrücke, um unsere eigenen, inneren Batterien wieder aufladen zu können. Und das erleben wir oft als als mangelnde Leistungsfähigkeit, als das Gefühl nicht ausreichend leistungsfähig zu sein, wenn andere noch weiter machen, haben wir das Bedürfnis uns zurückzuziehen.

[8:41] Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, es ist keine Krankheit.

[8:48] Dieses Fähigkeiten oder diese Ausprägung existierte auch im Tierreich und wenn wir uns noch mal diese Vorteile vor Augen führen, dann ist es auch eigentlich ganz logisch.
Stell dir vor, eine Herde Gnus und dort gibt es 20% der Tiere, die einfach etwas mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen, etwas mehr an Sinneseindrücken erfahren, als der Rest der Herde.
So haben Sie vielleicht die Chance, ein Angreifer schneller wahrzunehmen oder früher wahrzunehmen und so die Herde zu warnen und ihr Überleben zu sichern.

[9:32] Dieses Persönlichkeitsmerkmal macht also eigentlich wirklich Sinn.
Und tatsächlich es ist auch so, dass viele hochsensible Menschen oft solche Sicherheitseinrichtungen die wir heute haben, also wo ist der Notausgang, wo ist der Feuerlöscher ganz unbewusst eher wahrnehmen und registrieren, als nicht hochsensible Menschen.

[10:00] Wichtig ist aber auch, das es, eben dadurch das es ein Persönlichkeitsmerkmal ist und keine Krankheit, eine individuelle Abstufungen gibt.
Also es gibt auch kein Grenzwert wo man sagen kann, okay, ab diesem Punkt ist man hochsensibel und dadrunter ist man normal sensibel und selbst wenn man sich selber als hochsensibel einschätzt, gibt es da verschiedene Abstufungen. Bei dem einen ist der Sinneskanal mehr ausgeprägt, diese Auswirkung stärker spürbar und bei dem anderen das andere.
Also nicht alles ist bei allen gleich, die sich als hochsensibel einschätzen.

[10:40] Ich werde in der späteren Folge auch noch mal drauf eingehen, dass man natürlich Hochsensibilität damit auch nicht als Schublade oder als Ausrede benutzen kann oder sollte.
Weil das natürlich nahliegt, dass man sagt, okay, ich bin halt hochsensibel und so weiter, sondern es hilft einfach zu erkennen das, es bestimmte Ausprägungen gibt, aufgrund bestimmter Eigenschaften die man hat und sich bestimmte Strategien dann ausarbeiten kann oder nutzen kann, um damit besonders gut in unserer heutigen Gesellschaft zurecht zu kommen.
Denn 80% aller Menschen sind nicht hochsensibel. 20% sind ist es, das sind sehr viele, das heißt jeder Fünfte, aber die meisten sind nicht hochsensibel.
Die Verteilung unter Hochsensiblen zwischen Männern und Frauen ist übrigens völlig gleich, also 
50% sind Männer, 50% sind Frauen.

[11:44] Aufgrund unserer Rollenverständnisse fällt es Frauen aber oft leichter, Zugang zu diesem Thema zu finden.

[11:57] Deswegen ist es mir auch ein Anliegen in diesen Podcast, hier einfach auch mal als Mann einfach mal über das Thema Hochsensibilität zu sprechen und zu zeigen dass man auch als ganz normaler Mann hochsensibel sein kann.
Es gibt auch b
ei den Hochsensiblen 70% die eher introvertiert sind und 30% die eher extrovertiert sind.
Was jetzt der Unterschied zwischen i
ntrovertiert und hochsensibel ist, werde ich auch in einer späteren Folge noch mal genau erklären, also am besten abonnierst du gleich mal diesen Podcast, so dass du dann auch die Folge gleich mit bekommst.

[12:46] Ich denke das waren jetzt die wesentlichsten Fakten und Punkte und Hochsensibilität in dem kurzen Zeitraum zu erklären natürlich könnte man das.
In vielen Facetten noch viel detaillierter erklären ich denke im Laufe diese Podcast wirst du da auch immer mehr Informationen von mir dazu bekommen, zu den einzelnen Aspekten. Das soll einmal ein Gesamtbild geben, einen kurzen Überblick dadrüber.

[13:11] In den show notes verlinke ich auch eine Infografik, die ich dazu erstellt habe, die findest du auf meinem Blog unter bogenblog.de.
Unter dieser Folge 001, also Bogenblog.de Schrägstrich 001, dort findest du in den show notes eine Infografik mit den ganzen Fakten.
Würde mich freuen, wenn du dir die runterlädst und vielleicht möglichst viele Menschen davon erzählst.
Weil ich glaube, je mehr wir über das Thema Hochsensibilität aufklären, je mehr Verständnis wir dafür schaffen, desto mehr können wir auch Missverständnisse aus dem Weg räumen und dieses Verständnis von hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Menschen wird einfacher und wir können alle einfach ein bisschen entspannter leben.
Ich freue mich wenn wir uns dann in der nächsten Folge hören.
Wenn du mir ein Abo dalassen möchtest, würde ich mich sehr freuen und wenn du mir eine Rezension bei iTunes geben magst, dann freue ich mich natürlich auch sehr. Was dir gefallen hat und was du sagst, naja das würdest du dir vielleicht anders wünschen.
Würde ich mich wie gesagt sehr drüber freuen und dann hören wir uns beim nächsten Mal.

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4 Kommentare zu “[EHSP 001] Was bedeutet Hochsensibilität

  1. Hier habe ich einige wertvolle Informationen erhalte. Danke.

  2. Kerstin Seidel Jul 15, 2017

    Sehr interessant für mich, da ich meine Ausprägung jetzt einordnen kann und weiß das es dafür einen Namen gibt und es weitere hochsensible Menschen gibt. Bis jetzt habe ich dies nur gespürt und die Vorteile und Nachteile für mich ausgelotet und bin meinen Weg gegangen. Bis ich jetzt hier gelandet bin auf dieser Plattform. Darüber bin ich sehr dankbar und auch über die Möglichkeit sich auszutauschen und Tipps mitzunehmen aber auch Tipps geben zu können. Man lernt nie aus und erweitert ständig seinen Geist. Ich bin jetzt 50 und habe noch viel vor 🙂