„Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog“

Niccolo Machiavelli

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[0:00] Music.

[0:11] Kennst du auch diese Veränderungsprogramme in den Firmen?

Initiativen und Projekte, die eine Firma in die Zukunft führen sollen oder grundlegende Arbeitsweisen in Frage stellen.

[0:25] Meine Erfahrung mit solchen Projekten ist, dass sie meist wie eine Nusschale auf einem aufgewühlten Ozean an der fehlenden Akzeptanz der Mitarbeiter zerschellen, die nicht in das Innovationsprojekt eingebunden waren.

Und selbst Nicollo Machiavelli wusste um 1500 herum schon um diese Problem und hat es so formuliert:

„Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog“ – Niccolo Machiavelli

[0:54] Heute gibt es zwei interessante Erkenntnisse aus der Psychologie, die uns bei solchen Problemen ein Stück weiter helfen können.

Zum einen wissen wir heute dass wir zwei grundlegende Motivationstreiber haben: Schmerzvermeidung und Lustgewinn.

Und mit verschiedensten Experimenten wurde festgestellt, dass die Schmerzvermeidung ca. 3-5x stärker ist als Motivation, als der Lustgewinn.

Ein natürlicher Schutzmechanismus, denn Schmerz bedeutet Gefahr für unser System.

Und der Selbsterhaltungstrieb hat immer oberste Priorität.

Die Aussicht auf eine Verbesserung einen Status Quo der zumindest bis jetzt irgendwie funktioniert hat – denn sonst würden wir „Schmerz“ empfinden – ist dagegen mit zusätzlichem RIsiko behaftet.

Schließlich birgt jede Form der Veränderung ja auch die Möglichkeit, dass es nicht besser wird als jetzt, sondern schlechter.

Und jede Veränderung kostet zunächst auch mal mehr Energie als der gewohnte Gang.

Wir sind also von unserer Grundstruktur her als Mensch nicht gerade veränderungsfreudig.

Doch was für den einen ein akzeptabler status quo ist, ist für den anderen vielleicht ein Schmerzpunkt.

[2:08] Oder eine riesige Chance auf Lustgewinn, z.b. durch einen Beförderung, einen Bonus oder Machtgewinn.

Daher gibt es in einer Gemeinschaft immer wieder Veränderungsprozesse.

Auch in Firmen.

In der heutigen Zeit von disruptiven Geschäftmodellen durch die Mittel der Digitalisierung noch viel mehr und noch viel grundlegender.

So hat Nick Jue , der ehemalige CEO der Ing Bank einmal gesagt: „die Bank wird immer mehr zum IT-Unternehmen“.

Für jemanden der vor vielen Jahren dort vielleicht mit einer Banklehre angefangen hat, sich selbst als Banker und nicht als Computer-Nerd sieht , sicher eine sehr grundlegende Veränderung.

Kein Wunder also, dass solche Veränderungen auch immer wieder auf Ablehnung stoßen und nicht die gewünschten Erfolge erzielen.

[3:03] Wenn ich selbst die ein oder andere Veränderung in meinem Umfeld im Moment ablehne, versuche ich für mich zu zunächst zu ergünden, wo ich vom momentanen Status Quo profitiere.

Und dann zu schauen, wie es mit meinem Energie-Niveau gerade aussieht.

Denn wenn ich wenig Energie als hochsensibler Mensch habe, erzeugt eigentlich jede Art von Veränderung erstmal eine Reaktanz, eine Abwehrhaltung in mir.

Die zweite wichtige Erkenntnis aus der Psychologie ist, dass wir als Menschen die einzige Spezies sind, die für das Gefühl der Fairness bereit sind, gegen ihren Eigennutzen zu handeln.

In einem Experiment dazu – das als Ultimatumspiel bekannt ist – wurde zwei Teilnehmern ein bestimmte Summe Geld z.B. 100€ gegeben.

Die beiden Probanden mussten sich auf einen Deal einigen, wie das Geld aufgeteilt wird.

Teilnehmer A musste einen bliebigen Wert vorschlagen

Wenn Teilnehmer B einverstanden war, wurde der so geteilt.

Wenn nicht bekamen aber beide Teilnehmer gar nichts!

Stell dir kurz vor du hast die Rolle von Teilnehmer B und A bietet dir 1€.

Wie fühlt sich das an?

Er bekommt 99€ und du nur einen.

Würdest du den deal machen?

[4:29] Die meisten Probanden lehnen den Deal ab, weil es ihnen unfair erscheint.

Aus rein logischen Gründen müsste B den deal aber eigentlich machen. Denn 1€ ist mehr als 0€, wenn er den deal ablehnt.

Wir handeln hier also irrational.

Ein ähnliches Experiment kann man mit Affen und Weintrauben machen.

Und ein Affe würde immer eine einzige Weintraube nehmen, statt gar keine zu bekommen.

Was kannst du also aus der heutigen Episode für dich mitnehmen?

Wenn du das nächste mit einem Vorschlag für etwas Neues, mit einer Veränderung auf Widerstände stößt, frage dich, wo die Gegner deines Vorschlags ihren größten Nutzen aus dem status quo beziehen.

Vielleicht findest du so einen Weg, das die Chancen 3x attraktiver erscheinen als das was sie vielleicht verlieren könnten.

Das geht natürlich auch, wenn du selbst gegen eine Veränderung bist.

Und sorge wo immer möglich für ein Gefühl von Fairness, denn die meisten Menschen handeln bei dieser Fragen nicht rational.

[5:40] Wünscht du dir mehr Energie für so eine Reaktion auf Veränderungen zu haben?

Hast du manchmal Angst vor solchen Konflikten, weil sie dich vielleicht zu viel Kraft kosten können?

Komm jetzt in die EHSP OASE und schau dir den Kurs „keine Angst vor Energieverlust “ an.

Ich freue mich schon auf deine Rückmeldung dazu, wenn dann die nächste Veränderung in deinem Leben ansteht.

Bis bald

[6:08] Music.

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