In der letzen Episode zum Thema „Arbeit und Hochsensibilität“ geht es um die Frage, was Fortschritt überhaupt ist und warum es uns interessieren sollte.

Video

Transscript

Ich finde es sehr schön, dass du auch in diese letzte Episode der 3ten Staffel hier im Podcast „einfach hochsensibel“ reinhörst.

Wir haben in den vergangenen Folgen nun einiges gehört zum Thema Hochsensibilität in der Arbeitswelt. Vielleicht konntest du sogar ganz neue Impulse mitnehmen?

Sicherlich hat sich aber etwas verändert durch die neuen Informationen, die du aufgenommen hast. Und wenn es nur eine klitzekleine Veränderung, vielleicht sogar eine unbewusste ist.

Denn alles was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, wirkt sich auch auf uns und z.T auch unser Verhalten aus.

Das aktiv steuern zu können währe ein Traum eines jeden Werbetreibenden, doch das scheint schwierig.

Es scheint aber inzwischen durch viele Studien nachgewiesen, dass wir durch die Rahmeninformationen beeinflusst werden, das so genannte „priming“.

Wir können also nicht nicht fühlen, so wie wir nicht nicht kommunizieren können, wie Paul Watzlawik einmal gesagt hat.

Es ist aber eine andere Sache, ob diese Impulse auch unser Bewusstsein erreichen – Stichwort: selektive Wahrnehmung – und was wir dann aus den Informationen machen.

Doch wenn solche Informationen z.T unterbewusst unser Verhalten beeinflussen, ist das dann schon Fortschritt?

In meiner Realität unterhalte ich mich öfter mit Menschen, die der Meinung sind, dass sich vielleicht technisch so manches Verändert in unserer Welt. Und doch alles gleich bleibt. Die selben zwischenmenschlichen Herausforderungen, die selben Entwicklungen in der Gesellschaft.

Dürren und trockene Sommer gab es schon vor hundert Jahren und es sind nur die Medien, die neue Schlagzeilen brauchen und daher vieles aufbauschen.

Egal wie man dazu stehen mag, so spürst du vielleicht für dich selbst, ob und wie sich „Fortschritt“ in deinem Alltag bemerkbar macht.

Danke an dieser Stelle an alle, die bereits an der Umfrage zum Thema Arbeit und Hochsensibilität teilgenommen haben. Denn hier gibt es eine Frage die genau das abfragen soll. Sie lautet: „Die Medien sprechen von Digitalisierung und einem Wandel im Berufsleben. Wie sehr merkst du bereits selbst die Einflüsse neuer Technologien in deinem Arbeitsalltag?“.

Und die Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt zu über 70% im Bereich von „fast jeden Tag“.

Also dreht sich die Welt doch schneller und was gestern noch gut funktioniert hat, hat morgen keine Bedeutung mehr?

Wie kommt es zu diesen so unterschiedlichen Standpunkten?

Fortschritt ist in vielen Fällen nicht linear. Besonders nicht wenn wir die Veränderungen in der Gesellschaft als Fortschritt betrachten.

Wenn du mal ältere Menschen auf das Thema „Handy“ ansprichst, wirst du sicher keine Loblieder auf den Fortschritt hören, sondern wahrscheinlich eher Kritik daran, das die jungen Leute sich selbst im Cafe kaum mehr unterhalten und nur noch in ihre „Kästen“ starren und dass das ja so kompliziert zu benutzen ist, das ältere Menschen da völlig abgehängt werden.

Vor einiger Zeit wurde sogar ein Wort für die Menschen erfunden, die nur noch auf ihr Smartphone starrend durch die Welt laufen: „Smombie“ eine Mischung aus Smartphone und Zombie war 2015 das „Jugendwort des Jahres“.

Recht bezeichnend wie ich finde, dass selbst diejenigen, die mit dieser Technik aufgewachsen sind, manche Auswüchse als nachteilig erkennen und daher so ein Wort erfinden.

Und gleichzeitig finde ich es einen riesen Fortschritt, dass ich mich heute dank der Navigation in meinem Smartphone auch an Orten zurecht finde, die ich vorher noch nie bereist habe. Dass ich einen Podcast wie diesen hören kann ohne Berge an Cassetten mitschleppen zu müssen – wenn du noch jünger bist, weißt du vielleicht gar nicht mehr was das ist – doch als ich aufgewachsen bin, konnte ich nur die Musik hören, die meine Freunde gehört habe und die z.B. auf Cassetten getauscht wurden, statt wie heute praktisch fast jedes Lied fast jederzeit streamen zu können. Und das alles in einem winzigen Gerät in meiner Hosentasche, dass mehr Rechenleistung hat als der Computer der die ersten Menschen zum Mond gebracht hat.

Also ein technischer Fortschritt. Aber nicht immer ein Fortschritt wie wir diese Technik dann nutzen.

Und das ist vielleicht das wichtigste was du aus der heutigen Episode mitnehmen kannst: Fortschritt in der Gesellschaft ist nicht linear. Wir gehen nicht steil einer immer besseren Zukunft entgegen. Es gibt Auswüchse, Sackgassen und skurrile Irrwege aus denen die Entwicklungen übrig bleiben, die den größten Nutzen schaffen.

Wie im Großen so im Kleinen!

Auch wir als Individuen entwickeln uns nicht immer nur vorwärts.

Das scheint mir in der Tat ein Trugbild aus den Medien, denn hier sehen wir natürlich nur die positiven Ergebnisse im Leben anderer Menschen. Sehen auf Instagram wir toll jemand aussieht, wo er wieder im Urlaub ist oder mit welchen tollen anderen Menschen er Zeit verbringt.

In der Realität ist persönliches Wachstum aber ebenso ein Resultat aus Versuch und Irrtum. Aus Irrwegen, Versuchen und manchmal vielleicht auch aus skurrilen Phasen.

Und das ist völlig OK so.

Wir sind alle unterschiedlich. Keiner kann uns sagen, was der Sinn ist, was echter Fortschritt für uns als Individuum ist und wie wir ihn erreichen. Wir dürfen uns da selbst auf den Weg machen, unsere Werte und Ziele im Leben erforschen und Fehler machen. Viele Fehler! Viele Fehler, denn es gibt eigentlich keine Fehler. Wie können auch alles in unserem Leben als Erfahrung betrachten.

Thomas Edison soll nach der Erfindung der Glühbirne einmal gefragt worden sein, warum er so viele Fehlversuche hatte, bevor es endlich funktioniert hat. Und angeblich soll er geantwortet haben: „Ich habe keine Fehler gemacht. Ich habe 10000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert“.

Und so machen wir auch manchmal zwei Schritte vor und einen zurück. Manchmal sogar zwei zurück und einen vor.

Ich hoffe die Informationen die du in dieser Staffel des Podcasts bekommen hast, helfen dir einen Schritt, ein Stück weiter auf deinem Weg. Helfen dir, dich als hochsensibler Mensch anzuerkennen so wie du bist und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Für mich sieht es so aus, als würden viele Entwicklungen und mancher gesellschaftlicher Fortschritt auch Räume schaffen, in denen wir unsere Veranlagung als Stärke einbringen können oder zumindest gut damit umgehen können.
Vielleicht kannst du solche Räume auch für dich finden, deinen individuellen Werten und Zielen entsprechend. Das wünsche ich dir.

Ich selbst bin ja auch auf meinem eigenen Weg. Auf der Suche und am Entdecken. Schritte vor und Schritte zurück machen.
Und dafür nehme ich mir jetzt eine längere Pause hier im Podcast, bis zur nächsten Staffel.
Wenn du sicher gehen möchtest, dass du mitbekommst, wenn es neue Folgen hier im Podcast gibt, dann trage dich auf jeden Fall in den Email-Newsletter ein. Dort werde ich weitere Entwicklungen sicher als erstes ankündigen, ebenso weitere Ergebnisse aus der Umfrage „Arbeit und Hochsensibilität“ sobald genügend Zahlen vorliegen.

Viel Freude und Erfolg auf deinem Weg und lass es dir gut gehen, bis wir uns das nächste Mal hier im Podcast „einfach hochsensibel“ wieder hören.

>