Es geht heute um eine ganz grundsätzliche Frage die sicher viele hochsensible Menschen beschäftigt: wie kann ich meine Hochsensibilität als Stärke sehen und diese Stärken auch im Arbeitsleben einbringen?

In dieser Episode erfährst du eine ganz einfach Möglichkeit, deine wahren Stärken und Talente zu erkennen.

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Ich freue mich, dass du auch heute hier wieder in den Podcast „einfach hochsensibel“ reinhörst.

Es geht heute um eine ganz grundsätzliche Frage die sicher viele hochsensible Menschen beschäftigt.

Nämlich: wie kann ich meine Hochsensibilität als Stärke sehen und auch im Arbeitsleben einbringen?

Am Ende diese Episode wirst du einen zuverlässigen Weg kennen um deine Stärken zu erkennen und doch gibt es auf diese komplexe Frage, wie wir unsere Stärken einbringen können, keine einfache Antwort.

Denn es gibt ja auch nicht DIE eine Stärke, die alle hochsensible Menschen teilen.

Es gibt einige Attribute, die typisch für viele hochsensible Menschen ist, doch die Ausprägung ist individuell.

Und natürlich ebenso der eigene biographische Kontext, also das Leben das man führt, der Ort, die Vorerfahrungen usw. die ein wenig mitbestimmen, wie wir diese Fähigkeiten einbringen können.

Und es stellt sich sicher manchmal auch die Frage, ob unsere Veranlagung in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Stärke sein kann oder doch eher ein Handicap.

Doch darum soll es heute gar nicht gehen.

Sondern lass uns einmal die Frage nach den Stärken etwas mehr aus der Meta-Perspektive, mit etwas mehr Distanz betrachten.

In der Persönlichkeitsentwicklung-Szene hört man immer wieder: „Konzentriere dich auf deine Stärken und nicht auf deine Schwächen!“

Warum wird das so propagiert? Macht es nicht auch Sinn, an die eigenen Schwächen auszumerzen um mithalten zu können?

Sollten wir nicht nach wegen Suchen um unsere Schwächen zu kompensieren um nicht mehr die Ellbogen ins Gesicht zu bekommen?

Wenn wir uns vorstellen, dass die einzelnen Fähigkeiten wie Bankkonten sind, dann gibt es einige die eher im Plus sind und manche, bei denen wir den Dispokredit brauchen.

Wenn wir uns mit dieser Fähigkeit beschäftigen, Energie da rein geben, an uns arbeiten und uns entwickeln, dann ist das, wie wenn wir einen Sparbetrag auf das jeweilige Konto einzahlen.

Und auch auf unsere Fähigkeits-Konten gibt es Zinsen und Zinses-Zinsen.

Wenn wir also uns mit einer Fähigkeit oder einer Eigenschaft unserer Persönlichkeit beschäftigen, die wir schon gut entwickelt haben, dann wird jede weitere Beschäftigung damit uns noch besser machen.

Diese Konten können Schwindel-erregende Höhen erreichen.

Doch wenn wir im tiefroten Minus anfangen, dann kommen wir eben viel, viel langsamer ins Plus. Und die Überziehungszinsen fressen unsere andere Zinsen von den positiven Sparkonten auf.

Wenn wir dieses Bild auf unsere Persönlichkeitsentwicklung übertragen, dann macht es Sinn, alle „Schwächen“ auf 0 zu bringen. Auf einen Stand, an dem sie uns nicht mehr unnötig kosten.

Aber richtig viel sparen können wir, wenn wir auf unsere eh schon starken Fähigkeiten einzahlen, diese weiterentwickeln und neue Wege finden, sie zu nutzen. Einfach weil wir hier schon von einer höheren Basis aus starten.

Oder anders gesagt:
-> aus einer Stärke kann Höchstleistung erwachsen
-> aus einer Schwäche maximal eine neutrale bis gute Leistung

Wenn du jetzt vielleicht Beispiele vor Augen hast, in denen jemand eine vermeintliche Schwäche oder ein Handicap in eine Stärke verwandelt hat, dann hast du da völlig recht.

Ich habe dazu schon mal eine Podcast-Episode gemacht, die 058, die ich dir natürlich gerne in den shownotes verlinke.

Doch die hier genannten Beispiel haben eines gemeinsam: sie konnten nicht anders als ihre ganze Energie darauf zu fokussieren, ihr Handicap zu überwinden.

Selbst wenn es nicht um eine echte Behinderung geht, sondern wir nur von Talenten oder Persönlichkeitsmerkmalen reden, dann sollte die Entwicklung am besten so früh im Leben passieren, wie möglich, weil wir rund 10.000 Wiederholungen brauche um richtig gut darin zu sein. Je eher wir damit anfangen, desto besser.

Kein Wunder also, dass viele Stars und Spitzensportler schon als Kinder begonnen haben. So hatten sie einfach mehr Zeit um die 10.000 Wiederholungen zu schaffen.

Doch was wenn du wie ich eher in der Mitte des Lebens stehst und dich fragst, wie du deine Hochsensibilität im Berufsleben in eine Stärke verwandeln kannst?

Dann hilft nur Fokus und Konzentration. Es gibt viele Beispiele von erfolgreichen Menschen, die Ihre Begabung erst spät entdeckt haben.

Ein Beispiel ist der Dart-Spieler Gervin Price. Er ist bei der letzten WM unter die besten 4 gekommen, obwohl er erst 2010 mit dem professionellen Dart-Spielen begonnen hat und bereits 35 Jahre alt ist.
Doch weil er als Rugby-Profi vorher schon die Fähigkeiten für ein effektives und fokussiertes Training entwickelt hat, konnte er innerhalb dieser kurzen Zeit andere Spieler überholen, die schon seit ihrer Kindheit Dart spielen.
Er hat die Zeit für die 10.000 Wiederholungen also durch maximale Fokussierung gestaucht.

Ähnliches wirst du sehr oft entdecken, wenn du dir Menschen anschaust, die quasi „über Nacht“ erfolgreich wurden.

Und selbst wenn wir das vielleicht wissen und bereit sind, unseren Stärken die volle Konzentration zu widmen, bleibt die Frage, wie wir diese Stärken, unsere Talente erkennen können.

Als Kind können wir zunächst nicht laufen. Wir fallen immer wieder hin. Und doch machen wir weiter, bis wir laufen können. Kein Kind hat schon mal gesagt: „habe ich schon probiert mit dem laufen, klappt nicht. Ist keine Stärke von mir.“

Oder lesen und schreiben. Unser Schulsystem ist darauf ausgerichtet, einen gewisse Basis an Wissen und Fertigkeiten zu legen. Auch wer vielleicht andere Stärken hat als gute Geschichten zu erzählen, wir im Deutsch-Unterricht lernen, zu lesen und zu schreiben.

Es bleibt daher die Frage, worauf wir uns konzentrieren sollen? Wo sollten wir so an unseren Schwächen arbeiten, dass wir ein eben laufen können und nicht krabbeln müssen. Und wo sollten wir unseren Fokus darauf legen, damit wir nicht nur laufen können, sondern vielleicht der nächste Usain Bolt, ein Super-Läufer werden.

Was ist also ein Talent? Wie erkennt man seine Begabungen?

Ich habe schon vieles in meinem Leben ausprobiert. Sei es sportlich, Hobbies oder auch beruflich. Das ist sicher eine Möglichkeit, doch mir ist etwas aufgefallen, was vielleicht eine Abkürzung dahin ist. Und das möchte ich dir heute hier im Podcast schenken:

Wenn du ein Kompliment bekommst und dir denkst: „wieso, ist doch ganz normal“, dann hast du hier einen Super-Indikator für ein Talent oder eine Begabung!

Wir erkennen oft als letztes, worin unsere Stärken liegen, weil es uns so normal vorkommt. Es sind oft die Dinge, mit denen wir uns sicher fühlen.

Sich sicher zu fühlen heißt Selbstsicherheit.

Und wieder kann man im Sport besonders gut sehen, dass sehr häufig Selbstsicherheit über Gewinn oder Niederlage entscheidet.

Selbstsicherheit basiert auf Selbstvertrauen.

Vertrauen entsteht durch die Extrapolation positiver Referenzwerte.

Wenn wir also Selbstvertrauen bei einem Thema haben, dann haben wir bisher wenig negative Erfahrungen in dem Bereich gemacht, bzw damit assoziiert.

Daher empfinden wir es als etwas ganz normales und diese Dinge fallen uns gar nicht mehr auf.

Achte also mal ganz besonders darauf, wenn dir jemand ein Kompliment macht oder dich lobt, ob du dir wirklich ehrlich in dir selbst denkst: ist doch etwas selbstverständliches.

Da bist du sicher auf einer heißen Spur deine echten Stärken zu entdecken, was der erste Schritt ist.

Der nächste Schritt ist dann zu schauen, wie du diese Talente auch wirklich nutzen kannst und in deinem Beruf einbringen kannst. Denn dann wirst du fast automatisch mehr Erfolg haben, als bisher.

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