Wir stehe in einem ständigen inneren Dialog. Wir hören unsere Gedanken. Und das können wir auch nicht abstellen.

Das ist ja auch wunderbar, wenn uns unsere innere Stimme lobt. Wenn wir sie bewusst wahrnehmen, zum Beispiel wenn sie uns beim Bogenschießen sagt, wann wir loslassen sollen.

Der innere Kritiker ist aber nicht besonders hilfreich, wenn er uns ständig kritisiert. Wenn er uns einredet, dass wir bestimmte Dinge nicht können, um uns vor einem eventuellen Scheitern zu bewahren.

Gerade wir hochsensible Menschen erleben unseren inneren Dialog oft sehr intensiv. Auch den inneren Kritiker. Und heute habe ich ein paar einfache Hacks für dich, wie du ihn für einen Moment zum schweigen bekommst.

 

 

Wir sind hierher umgezogen!

Diese Epsiode ist zunächst im Bogenblog erschienen und wurde nachträglich auf einfach-hochsensibel.de übertragen.
Daher kann es sein, dass zum Beispiel in Bildern noch auf den Bogenblog verwiesen wird.
Jetzt hat der Podcast hier sein neues Zuhause und alle weiteren Folgen werden auch hier erscheinen.

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Shownotes

 

Abschrift zur Episode „Selbstgespräche“

[0:11] Ja grias di, Jean vom Bogenblog und schön dass du heute wieder in diese Episode Nummer 10 von meinem Podcast „einfach hochsensibel, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität“ wieder eingeschalten hast, denn heute habe ich einen Hack für dich oder drei Hacks, wie du negative Selbstgespräche stoppen kannst.

[0:39] Vielleicht kennst du das ja, also gerade als hochsensible Menschen haben wir ja doch ein relativ komplexes inneres Leben und sind ja auch oft in der Lage, vernetzt zu denken. Das heißt, oft verselbstständige sich auch unsere Gedanken, wenn wir über irgendwas nachdenken, dann kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste, wie man so schön sagt.
Weil wir einfach so viele Informationen in unserem Inneren vernetzen, zusammenbringen, ein echtes Bild in uns entstehen lassen, wie etwas sein kann oder sich entwickeln kann.

[1:21] Ich finde, dass ist eine eine der größten Stärken die Hochsensibilität mit sich bringt. Weil das in vielen Bereichen, wie Design und Projektmanagement und so weiter Riesenvorteile haben kann, wenn man eben dieses big picture sehen kann im Vorfeld.
Der Nachteil ist aber gleichzeitig natürlich, wenn dieses Denken in eine negative Richtung läuft. Also was könnte alles passieren, welche Befürchtungen habe ich, und ganz besonders oft passiert es ja, wenn diese Themen uns selbst betreffen: wie findet derjenige uns? Was denkt er über uns? Sind wir dann noch lieb gehabt? Und so weiter.
Dann läuft in uns zum Teil so ein Kopfkino ab, das wir einfach nicht mehr stoppen können. Und dieses Gedankenkarussell bei manchen hochsensiblen führt dazu, dass sie nachts wach bleiben,
weil sie nicht aufhören können, darüber nachzudenken. Und unsere Gedanken sind die Grundlage unserer Taten.

[2:34] Also alles was wir tun haben wir vorher gedacht. Das heißt, wir müssen ganz schön aufpassen, was wir denn so denken.
Weil wenn wir etwas negatives denken, dann passiert auch sehr leicht etwas negatives in der Realität.
Ich weiß nicht, vielleicht kennst du diese Geschichte mit demjenigen, der sich von seinen Nachbarn den Staubsauger ausleihen wollte.

[2:58] Also, da ist ein Mann, dem ist der Staubsauger kaputt gegangen und der will sich von seinen Nachbarn einen Staubsauger ausleihen und denkst sich „hm, ja, ob ich jetzt da klingeln kann?  Nee, am Ende passt es vielleicht gar nicht. Und, oh, der wollte ja, dass ich ihm bei der einen Sache helfen und das habe ich gar nicht gemacht. Und, ach ja stimmt, ich habe auch noch seinen Hammer. Den habe ich ihm noch gar nicht zurückgegeben. Oh, ob ich mir das jetzt überhaupt ausleihen kann. Und wahrscheinlich hält er mich für total doof, dass ich den Staubsauger schon wieder brauche. Und was denkt er überhaupt, der kann ja überhaupt nicht wissen, so zu sagen, warum mein Staubsauger jetzt kaputt gegangen ist.“ Und dann geht rüber und klingelt und  der Nachbar macht auf und dann sagte er: „ach, behalt doch dein Staubsauger!“

[3:48] Und diese Geschichte finde ich einfach so nett, weil die einfach so zeigt, wie sich so ein Gedankenkarussell, so ein Kopfkino total verselbstständigen kann. Wie man vom Hundertsten ins Tausendste kommt.
Aber heute möchte ich dir eben drei Hacks zeigen, drei kleine Tricks, die helfen können, diese Selbstgespräche zu beenden oder zumindest einzuschränken.
Es gibt so Selbstgespräche, die laufen leise im Kopf ab. Die passieren so, du denkst so und man merkt es eigentlich gar nicht so richtig, wie das Gespräch sich sozusagen im Kopf entwickelt.

[4:33] Ich nenne das leise Selbstgespräche. Und wenn es einem dann auffällt, dann kann man ein Gummiband am Handgelenk tragen und einfach mal kurz daran ziehen und loslassen, so das es eben so gegen das Handgelenk schnallst. Das tut so ein bisschen weh. Diese Methode hat der Psychologe Matthias Niggehoff in seinem Podcast vorgestellt, hier also großer shoutout an Matthias, ganz toller Podcast, wenn du den noch nicht kennst, hör da mal rein.
Und dieses Gummiband, dieses Ziepen, das greift halt auf unsere Motivation der Vermeidung zurück. Wir haben nur zwei Grundmotivationen, also entweder Strafe zu vermeiden oder etwas Positives erreichen zu wollen.
Und dieses Strafe vermeiden, ist bei uns im Gehirn eines der schnellsten Systeme, also biochemisch geht es mit am schnellsten, die Reaktion. Das heißt deswegen ist das ein ganz, ganz starke Motivation.
Und wenn wir das oft genug machen, dann soll unser Unterbewusstsein lernen, dass diese leisen Selbstgespräche in der Form nicht gut sind und das daneben bleiben lässt.
Ich habe an dem Hack zwei Kritikpunkte: zum einen so ein Gummiband ums Handgelenk, also mich haben die Leute schon drauf angesprochen, was das denn soll, ob ich das irgendwie vergessen hätte, sieht also zum ein bisschen komisch aus.

[6:03] Aber gut da kann mir einfach drüber stehen. 
Zum anderen finde ich einfach diese Motivation Strafe, auch wenn sie vielleicht der wirkungsvoll sein kann an der ein oder anderen Stelle, nicht optimal, sondern versuche eher mit positiver
Motivation zu arbeiten, wo immer es möglich ist. Also ich nutze das nur sehr selten und sehr dosiert.
Ehrlich gesagt nur, wenn gar nichts anderes mehr geht.
Neben den leisen Selbstgesprächen gibt es auch die lauten Selbstgespräche. A
lso wenn irgendwas passiert und man zu sich selber sagt: „du Depp, was hast du denn da schon wieder gemacht“ oder „kannst du es nicht einmal richtig machen“. Also diese ganzen Selbstgespräche, du kennst das wahrscheinlich, die man zu sich selber sagt.
Und auch das sind eigentlich Selbst-Affirmationen also Selbstbestätigungen, die wir dann selber hören und die unser Selbstbewusstsein und unseren Selbstwert beeinflussen. Ist also nicht positiv.
Viele Sportler kennen das, gerade im Leistungsbereich: „Das kriegst doch eh wieder nicht hierhin“ und „das hast beim letzten mal auch nicht geschafft“ und so weiter. Und aus dem Bereich gibt es ein Trick und zwar: die Zunge umgekehrt an den Gaumen nach oben zu pressen.
Denn tatsächlich ist es so, dass bei diesen lauten Selbstgespräche – also die passieren nicht laut, wir sprechen das ja nicht wirklich laut aus, aber sie sind wie ein echtes Gespräch mit uns selber im Kopf, im Gegensatz zu diesen leisen Selbstgesprächen, wo bestimmte Abläufe im Kopf passieren, die gar nicht unbedingt ein Dialog mit uns selber sind – also bei diesen lauten Selbstgesprächen bewegt sich unsere Zunge mit.
Und wenn wir die Zunge an den Gaumen pressen, kann die sich nicht bewegen und dann funktioniert es mit diesen lauten Selbstgespräche in dieser Form nicht. Und das finde ich echt ganz gut.
Und es funktioniert auch ganz gut.
Und der dritte Hack, der ist ein bisschen schwieriger und das ist nämlich für die Situationen, wenn wir merken, d
ass wir eigentlich gar nicht mehr da sind. Wenn irgendetwas so unangenehm ist, eine unangenehme Situation, also zum Beispiel wenn wir in einem Streit dabei sind – viele hochsensible Menschen sind ja sehr empathisch – und wenn sie in eine Situation geraten wo zum Beispiel auch zwei andere Menschen streiten, sie gar nicht selber betroffen sind, dann haben wir das Gefühl, dass wir so richtig weg sind, weil wir gar nicht mehr da sind.

[8:34] Und da hilft es, die Aufmerksamkeit, wenn man den Raum ist, auf die vier Wände zu richten. Also die Wand vor mir, die Wand hinter mir, neben mir, rechts und links, versuchen zu spüren.
Wenn es geht in der Situation, kann man kurz die Augen zu machen und mal versuchen, die Wand zu spüren. Das geht aber auch mit offenen Augen. Und diese Methode führt uns zu uns selber.
Also führt uns wieder zurück zu uns, führt dazu dass wir uns selber wieder spüren, und es ist schon eh so ein kleiner Ansatz zu so einer Achtsamkeitsmeditation – zum Thema Achtsamkeitsmeditation mache ich noch mal eine extra Folge – gerade das Bogenschießen was ich ja auch mache für hochsensible Menschen, das Balanced-Mind-Bogenschießen ist ja eine Achtsamkeitsmeditation und ist sicherlich die stärkste Methode um mit negativen Selbstgespräche fertig zu werden.

[9:36] Also ich hoffe du hast heute diese drei einfachen Mittel mitgenommen mit denen du negative Selbstgespräche ganz einfach selber stoppen kannst. Das leise Selbstgespräche, das laute Selbstgespräche und wenn wir gar nicht mehr richtig in der Situation sind.
Ich glaube alle drei Methoden, alle drei Hacks sind sehr alltagstauglich. Ich würde mich freuen, wenn du es einfach mal ausprobierst und mal schaust, ob das für dich funktioniert.
Und gerne kannst du mir das auch in die Kommentare zum Beispiel im Bogenblog schreiben oder einfach an meine E-Mail-Adresse info@bogenblog.de. Würde mich sehr freuen von dir zu hören, ob das für dich das richtige war.
Und dann hören wir der nächste Ausgabe von „einfach hochsensibel – dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität“.
Jean vom Bogenblog. Servus!

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2 Kommentare zu “[EHSP 010] Schluss mit den Selbstgesprächen: 3 Hacks für Stille im Kopf

  1. Siegfried (Siggi) Mrz 7, 2017

    Hallo J.C.
    Mit deinem Bericht über Selbstgespräche, sei es leise, laute,negative oder auch positive Selbstgespräche, kann ich mich auch sehr gut hinein versetzen. Wie gesagt die Leisen kommen oft in der Nacht, wenn man den Alltagsstress mit nach Hause nimmt,aber auch die Lauten meist auf der Arbeit wenns mal nicht so klappt, oder dann und wann schon mal zu Hause wenns mit dem Abschalten nicht so funktioniert.
    Dank des Bogensports habe ich das Gefühl der Selbstwirksamkeit verstärkt. Ich kann mir ein Ziel stecken und es erreichen ( oder manchmal auch nicht ). Aber ich habe gelernt,daß es mehr als nur um Ziele (ziehlen ) geht, Anmut und Achtsamkeit haben bei mir eine sehr große Bedeutung bekommen. Anmut ist meiner Meinung nach die Seele. Ist die Seele schön, voller Mitgefühl und Liebe, so ist auch die Bewegung im Alltag sowie beim Bogenschießen anmutig. Nun, ich kann sagen, seit dem ich den Bogensport für mich alleine ausübe, erlebe ich auf einer gewissen Weise eine Charakterschule in Sachen Anmut und Grazie,auf Liebe und Mitgefühl zu achten, dieses auch zum Ausdruck zu bringen. Ich bin froh dieses Vergnügen zu betreiben,was mich ermutigt kraftvoller durchs Leben zu gehen.
    Danke für Deine tollen Berichte und bis bald.

    Gruss Siggi